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Antenne WM-Blog

Vor dem Halbfinale Deutschland-Spanien: Die Fans stimmen sich an Durbans Strandpromenade auf das Spiel ein

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Beim Strandbummel vor dem Spiel Enttäuschung bei den weitgereisten WM-Touristen: Sonne tanken geht heute nicht, der Himmel über der "wärmsten WM-Stadt" - wie es die Tourismus-Werbung verspricht - bleibt den ganzen Tag bedeckt.

 

Cecelia Kok ist mit Freunden extra 600 Kilometer aus Johannesburg nach Durban gefahren, bislang hat die Deutsch-Südafrikanerin WM-Spiele nur im Fernsehen gesehen, war nie im Stadion live dabei. Dabei wird es wohl bleiben, das Beach-Fußballspiel wird der einzige Kick sein, den sie in Durban sehen wird, sagt die 24jährige:

 

Die Jungs können zwar mit dem Ball im Sand so richtig zaubern, im Stadion auf Rasen Schweinsteiger, Podolski, Torres und Villa sehen, das wäre Cecelia dann aber doch lieber!

 

Cham ist der Strand-Händler für alle Fälle: Er hat spanische und deutsche Schals, die große Deutschland-Fahne zeigt aber deutlich, wer sein Favorit ist, auch wenn ihn das Tintenfisch-Orakel verunsichert hat, sagt er:

"Ich glaube wegen ihrer konstanten Form und der Art und Weise, wie sie hier spielen, sind die Deutschen Favoriten. Deshalb verkaufe ich auch mehr Sachen an die deutschen Fans, die glauben an ihr Team. Ich habe aber in der Zeitung gelesen, dass der Tintenfisch Paul in seinem Orakel Deutschland als Verlierer tippt. Jetzt bin ich verunsichert, halte aber auf jeden Fall zu Deutschland, auch wenn Deutschland vielleicht gegen Spanien verlieren sollte".

 

Sharon und ihre Söhne Ryan und Clint (v.l.n.r.) haben schon fünf WM-Spiele im Stadion gesehen. Die Johannesburger waren auch beim Achtelfinalsieg der Deutschen gegen England in Bloemfontein dabei. Für Ryan und Clint ist es keine Frage, wer ins Finale kommen wird, sagen die Brüder übereinstimmend:

 

"Ich mag die agressive Spielweise der Deutschen. Die werden gegen Spanien auf jeden Fall gewinnen und holen sich auch den WM-Pokal. Ich bin sehr aufgeregt, es wird aber ein sehr gutes Spiel. Ich habe immer Deutschland unterstützt und Spass an ihrem Stil gehabt, seit 1990 schon als sie in Italien Weltmeister geworden sind. Irgendwie sind wir schon halbe Deutsche".

 

Ganz entspannt beim Strandbummel: Deutsche und spanische Fans, die gemeinsam ins Stadion gehen!

 

Fußball als Völkerverständigung, dass klappt in Südafrika hervorragend: Eva aus Spanien, die Südafrikanerin Pat, Lilian aus Guatemala und Peter aus Frankfurt (v.l.n.r.), der vor vierzig Jahren als Monteur nach Südafrika gekommen und dann gleich hier geblieben ist, haben sich gerade erst kennen gelernt. Die vier werden beim Halbfinale nicht im Stadion dabei sein, die Eintrittskarten waren ihnen zu teuer. Kurzentschlossen geht es jetzt gemeinsam ins Strandcasino, dort wird das Spiel auch auf Großbildleinwänden übertragen. Klar, dass die Sympathien unterschiedlich verteilt sind, betonen Peter, Pat, Lilian und Eva:

 

"Ich will, dass Spanien gewinnt aber ich denke, Deutschland könnte siegen. Trotzdem werde ich meine Mannschaft unterstützen. Mein Herz sagt Spanien, mein Kopf sagt Deutschland. Wir haben aber Spanien während der ganzen WM die Daumen gedrückt. Deutschland, ganz klar, weil mein Mann Peter Deutscher ist, ich habe die Deutschen schon immer geliebt. 4:1 für Deutschland wird es ausgehen".

 

Hier muss man sich doch glatt entscheiden, an welchem Stand man sich für den Weg ins Stadion stärkt!

 

Raphael Heuwieser aus Passau allein am Strand. Das wird sich ändern, sagt er, die einmalige Atmosphäre in Durban macht's möghlich:

 

Der eine fühlt immer verstohlen nach, ob die Eintrittskarte noch in der Hosentasche ist, die andere hofft auf ein billiges Ticket fürs Stadion in allerletzter Minute. Unterschiedliche Fan-Schicksale vor dem Halbfinale Deutschland-Spanien, nur über das Ergebnis sind sich Raphael und Cecelia einig:

 

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