11.06.2010 21:16 | von Ulrich Reimann
Südafrika feiert den WM-Start
in
WM-Spiele

Nichts Neues in Sachen Verkehrschaos: Tausende Fans blieben im Stau stecken und kamen verspätet zum Anpfiff des Eröffnungsspiels Südafrika-Mexiko, in einigen Blöcken waren die Lücken unübersehbar.Und einer wurde besonders schmerzlich vermisst: Ex-Staatspräsident Nelson Mandela sagte seine geplante Teilnahme kurzfristig ab, seine 13jährige Ur-Enkeltochter war auf der Heimfahrt vom WM-Eröffnungskonzert in Soweto bei einem Autounfall ums Leben gekommen.

Zwei nachdenkliche Männer: Südafrikas Staatspräsident Jacob Zuma und FIFA-Boss Sepp Blatter. Als er Nelson Mandela sein Mitgefühl aussprach, schwiegen im Stadion die Vuvuzelas. Eine ganze Nation hatte sich auf das Wiedersehen mit dem Friedensnobelpreisträger gefreut. Mit den Worten: "Liebe Freunde, hier sind wir, in Afrika!" gab Blatter dann das Signal, auf das Südafrika seit sechs Jahren wartet. Trotz aller Kritik, Widrigkeiten und vieler Probleme, die erste WM auf dem afrikanischen Kontinent kann beginnen!

Vor dem Anpfiff: Südafrika wie gewohnt in gelb-grün, diese Farben dominieren seit Wochen das Straßenbild im ganzen Land. Am landesweiten Fußball-Freitag sind in den letzten Monaten Bankangestellte, Beamte und Rechtsanwälte im gelb-grünen Trikot zur Arbeit gekommen, so sehr haben sich die Gastgeber auf die Weltmeisterschaft gefreut.

Der Sonnenschein trügt: Ein kalter Wind pfiff durchs Stadion, mit Pudelmützen, Handschuhen und warmen Jacken waren die Südafrikaner so ausgestattet, wie es sich für einen frühen Winterabend gehört!

Ob Hallescher FC, München oder Hannover: Deutsche Fans zeigten Flagge, beim Eröffnungsspiel feierten sie auf den Rängen ausgelassen mit den Südafrikanern.

Tausende "Stadioneintröter" sorgten für ohrenbetäubenden Lärm, als nach knapp einer Stunde Spielzeit das 1:0 für Südafrika fiel. Jetzt ist das Kultgerät der Fans, die Vuvuzela, endgültig in den Gehörgängen der Zuschauer aus aller Welt angekommen!

Riesenfrust bei Südafrikas Torhüter Itu Khune nach dem Schlußpfiff: Die Mexikaner gleichen zehn Minuten vor dem Ende der Partie zum 1:1 Endstand aus, ein Pfostenschuss der Südafrikaner in den Schlußsekunden hätte beinahe noch den Sieg gebracht.

Er zählte zu den Gewinnern und kam aus dem Stadion kaum raus: Reporter aus aller Welt interviewten den farbenprächtig kostümierten Mexikaner, ein Foto mit ihm zählte zu den begehrtesten Souvenirs.

Gut Lachen haben die Beiden: Jetzt gibt es eben im zweiten Gruppenspiel gegen Uruguay den ersten Sieg und eines ist klar: Südafrika wird auf jeden Fall die Vorrunde überstehen!

Bevor das Stadionlicht ausgeht, schnell noch ein Foto für die Antenne-Hörer: T-Shirt, Pullover und Windjacke übereinander gezogen, nur so hält man es zur Zeit an kalten Winterabenden in Südafrika aus. Die Klamotten wandern jetzt für drei Tage in den Schrank: Es geht an den Indischen Ozean nach Durban. Zum Spiel Deutschland-Australien wird dann Sonne getankt bei Temperaturen bis zu 30 Grad, denn wie heißt es schön schön in der Tourismus-Werbung der Stadt am Ozean: "Durban, the warmest place to be 2010!" Sand, Strand, Public Viewing am Wasser, auch das ist Südafrika während der WM 2010. Ayoba!
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