09.07.2010 17:50 | von Ulrich Reimann
Ein cooler Ferienjob: Schüler der Deutschen Schule in Pretoria arbeiten im Quartier der Fußball-Nationalmannschaft
in
Deutsche Nationalmannschaft

Wichtige Aufgabe der 17jährigen Schüler: Vor Pressekonferenzen holen sich ausländische Journalisten Kopfhörer und Geräte für die Simultan-Übersetzung ab und müssen als Pfand ihre Akkreditierung abgeben. Joachim Löw und die Spieler antworten auf die Fragen der Reporter auf Deutsch, über Kopfhörer gibt's dann die englische Übersetzung.

Oliver Bierhoff auf dem Podium: Täglich wechselnd stehen Trainer, Spieler und Teammanager Rede und Antwort, für die Schüler ist das ganz schön aufregend. Soviel Fußball-Promis in 4 Wochen und dann hautnah dabei sein, dass wird für alle ein unvergessliches Erlebnis und Taschengeld gibt's auch noch dafür: 25 Euro am Tag, in Südafrika ist das viel Geld!
Nora Mathelemuse mit dem Mikrofon in der Hand: Wenn die Fragerunde beginnt, reicht sie das Mikro an die neugierigen Journalisten weiter. Den Ferienjob bei der Deutschen Nationalmannschaft wollten viele Schüler haben, die Auswahl war deshalb gar nicht so einfach, sagt sie:

Nora ist in Münster (NRW) aufgewachsen und erst vor vier Jahren nach Südafrika gekommen. Der Vater Südafrikaner, die Mutter Deutsche: Beide Eltern wollten ihr das Leben in ihrer zweiten Heimat zeigen. Dass sie jetzt in Pretoria so nebenbei die deutschen Nationalspieler kennenlernt, das ist für sie schon etwas ganz Besonderes:
Knieend im Einsatz: Monique Meyer reicht das Mikrofon an Journalisten weiter. Oberste Regel: Bloß nicht aufrecht während einer Pressekonferenz durchs Pressezentrum gehen, die Kameraleute, die alles aufzeichnen, werden sonst ziemlich sauer, wenn ihnen jemand vor die Linse rennt. Monique verrät: Spieler, die "Freiwilligen" und die Sicherheitskräfte haben ein gemeinsames Spiel gefunden:

Hoch im Kurs bei den Schülern: Die Unterschriften der Spieler, an die kommt man aber ganz gut ran, sagt Monique:
Am Sonntag um 12.00 Uhr gibt's die letzte Pressekonferenz der Deutschen Mannschaft, dann geht es für die Spieler sofort mit dem Flieger zurück in die Heimat. Der letzte Einsatz für die Schüler der Deutschen Schule, in der nächsten Woche muss Monique dann wieder Mathe, Deutsch und Biologie büffeln, in den Ferien hat sie dafür keine Zeit gehabt:

Während Nora nach der Pressekonferenz Kopfhörer und Übersetzer-Geräte wieder einsammelt....
nimmt Terence dort Platz, wo sonst nur die Journalisten sitzen dürfen und zieht Bilanz. Wenn die Nationalspieler nach vier Wochen das Hotel verlassen, hat er die allermeisten irgendwie schon einmal erwischt und mit ihnen kurz geredet, sagt er stolz:

Feierabend für heute und ein bißchen Wehmut steht jetzt schon in ihren Gesichtern geschrieben: Am Sonntag ist der aufregende WM-Spuk vorbei, dann hat die Schule wieder Vorrang!
