23.06.2010 18:15 | von Ulrich Reimann | 1 Kommentar
Der Chef lädt ein zu einem WM-Betriebsausflug

Ein Besuch in der Produktionshalle von "African Outback": Hier werden u.a. Dachgepäckträger, Dachzelte und -boxen sowie Feldküchen für UN-Einsätze in Darfur hergestellt und weltweit exportiert.

Die Eintrittskarten sind da! Adolf Waidelich verkündet seinen Mitarbeitern, dass es am Wochenende zum Spiel Kamerun-Dänemark nach Pretoria geht.

Themba, Harrison und Oumisani bei der Arbeit: Hier werden die Dachgepäckträger für den Export nach Deutschland zusammenmontiert.

11 Fußballplätze für Südafrika: Die Torpfosten müssen noch schnell lackiert werden, dann kann wieder ein neuer Fußballplatz gebaut werden. Mit Freunden und Sponsoren baut Adolf Waidelich seit zwei Jahren Fußballplätze in abseits gelegenen Dörfern, dort wo keiner hinschaut und wo es kein Geld für Sportplätze gibt. Die Gemeinde stellt einen "Acker" zur Verfügung, der wird so gut es geht eingeebnet. Mit Kreide werden dann die Platzlinien gezogen, Tore mit Netzen aufgebaut, die Eckfahnen gesteckt. Die Einweihung des Platzes ist immer ein großes Ereignis: Der Bürgermeister ist da, ein Stammeshäuptling begrüßt die Gäste und aus der ganzen Umgebung kommen die Menschen, um das erste Fußballspiel auf "ihrem" neuen Platz zu sehen. Adolfs Mitarbeiter machen diesen Einsatz sozusagen ehrenamtlich, Lohn gibt es dafür nicht. Die Anreise in ein entlegenes Dorf dauert schon mal einen Tag, die freiwilligen Sportplatzbauer investieren bis zu einer Woche Arbeit, bis der erste mitgebrachte Lederfußball rollt.

Beim südafrikanischen "braai" - das ist das Grillfest - wird sich mit Lammsteak, Salaten und Bier gestärkt. Der Chef grillt selbst, das ist das Dankeschön für den Einsatz seiner Mitarbeiter, die auf den Dörfern mit ihrer Arbeit Kinder glücklich machen.

Adolf inmitten seiner "wichtigsten" Mitarbeiter: Die Frauen sorgen im Lager und in der Verpackungsabteilung dafür, dass keine Schraube fehlt und alle Exportwaren komplett im Ausland ankommen.

Frisch gestärkt und für den winterlichen Abend warm verpackt, die Beiden freuen sich sichtlich auf ihr erstes Fußballspiel, dass sie live in einem Stadion erleben.

Der Kopfschmuck zeigt: Hier will ein echter Bafana, Bafana-Fan seine afrikanischen Freunde aus Kamerun anfeuern!

Ein letztes Gruppenbild am "braai"-Platz, jetzt geht es mit drei gemieteten Bussen ins Loftus Versfeld Stadion nach Pretoria.

Er hat schon im Bus für ohrenbetäubenden Lärm gesorgt, jetzt ist er mittendrin im Vuvuzela-Orchester, das Kamerun zum Sieg tröten soll.

Die 1:2 Niederlage Kameruns gegen Dänemark trübt zwar das afrikanische Fußballfest, was bleibt sind aber die Erinnerungen an einen ganz besonderen Betriebsausflug. Ein Ticket für ein Fußball-Weltmeisterschaftsspiel in ihrer Heimat, dass hätten sie sich nie kaufen können, bei ihrem Lohn ist das Luxus.

Ein strahlender Chef: Adolf Waidelich freut sich über den gelungenen Ausflug. Zufriedene Mitarbeiter sind ihm besonders wichtig, das was er ihnen heute zurückgeben konnte, ist eine Selbstverständlichkeit, fasst er noch einmal zusammen:

wunderbarer Bericht und vorbildlich für einen
Schwaben und seinen Unternehmergeist aber auch
für sein gutes Herz
Gesendet von 91.46.159.91 am 07.03.2011 19:33 #