06.01.2011 00:07 | von Stefan Lippeck | 47 Kommentare
Wege zum Kommunismus
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Allgemeines
Ein Beitrag für die linke Zeitung Junge Welt würde normalerweise niemanden hinter dem Ofen vorlocken. Aber wenn die Linken-Vorsitzende Gesine Lötzsch den Kommunismus wiederentdeckt, dann sieht das schon anders aus.
Der Zeitungsartikel war der Vorabdruck einer Rede, die Lötzsch kommende Woche in Berlin auf einer Rosa-Luxemburg-Konferenz halten will. Zusätzlich für Empörung sorgte, dass auf dieser Konferenz auch eine ranghohe DKP-Funktionärin und die Ex-RAF-Terroristin Inge Viett sprechen werden.
Die Linken-Chefin hatte in der Vorabfassung ihrer Rede geschrieben: "Die Wege zum Kommunismus können wir nur finden, wenn wir uns auf den Weg machen und sie ausprobieren, ob in der Opposition oder in der Regierung. Viel zu lange stehen wir zusammen an Weggabelungen und streiten über den richtigen Weg, anstatt die verschiedenen Wege auszuprobieren."
Wir wissen nicht, ob Gesine Lötzsch vor dem Verfassen ihres Artikels noch mit Nordkoreas Diktator Kim-Jong-Il über die Lage der Dinge referiert hat, aber kritische Reflexionen über die zahllosen Opfer, die die bisherigen "Wege zum Kommunismus" gefordert haben, finden sich in dem Text von Gesine Lötzsch nicht.
Im Berliner Landesverband der Linken fühlt man sich dann doch zu einer Reaktion aufgefordert: "Wir haben Gesine Lötzsch bislang nicht als eine Vorsitzende erlebt, die die Linke in eine kommunistische Partei umwandeln will", sagte der Berliner Vorsitzende Klaus Lederer. Man gehe davon aus, dass es auch jetzt keinen Anlass gebe, diese Ansicht zu ändern.
Hoffen wir mal, daß Gesine Lötzsch das auch so sieht.


40 JahrenDDR und nischt dazu gelernt. Einmal SED immer SED. Die gesamte Linke (SED) kann ja mal in N-Korea suchen, und sich hoffentlich verlaufen.
Gesendet von rg am 06.01.2011 09:27 #
"Es führen viele Wege zum Kommunismus" auch wenn man einen Umweg von der gegen die Wand gefahrenen DDR über die Bundesrepublik machen muß - versuchen können wir's ja mal.
Oder wie mag Frau Lötzsch das sonst gemeint haben?
Gesendet von ulla am 06.01.2011 10:24 #
Ich kann es immer wieder nicht glauben wieviele Menschen diese LINKE wählen?
Es scheint wirklich so zu sein das der Mensch die grenzenlose Dummheit mit Löffeln gefressen hat.
Wie rg schon schreibt " nischt dazu gelernt"
Gesendet von uwelein am 06.01.2011 11:02 #
Es war eben nicht alles schlecht,
damals (war's) :-)
aber vieles.
Gesendet von j.debus am 06.01.2011 12:39 #
Dumme Frage : Wie viele Verbrechen wurden im Namen des Christentums begangen ???Unendlich viele. Bis in die Gegenwart.
Darf man nicht über Alternativen zum Turbokapitalismus ,Ausgrenzung ganzer Bevelkerungsschichten nachdenken ?
Über unverschämte Armut und unverschämten Reichtum ?
Darf man nicht ,ist das ein tabu. Der Kapitalismus heutiger Prägung ist nicht die Lösung !!! Und es gibt keinen menschlichen Kapitalismus ,er kennt nur Gier.
Den Sozialstaat BRD hätte es doch ohne DDR als Nachbarn nie gegeben ...
Gesendet von Knarf am 06.01.2011 13:17 #
Nun zeigen die Linken endlich ihr wahres Gesicht. Einmal SED immer SED. Schön, dass sie es vor den Wahlen machen. So wird auch der letzte DDR-Verklärer (hoffentlich) aufwachen.
Gesendet von Ein Schöneberger am 06.01.2011 13:36 #
@Knarf
Sie scheinen irgendwie die Gespräche aus der DDR mit den "zuständigen Organen" zu vermissen. !!
Was Gesine L. betrifft, kann ich nur sagen, Ehemann Roland wird ja als ehemaliger Stasi Spitzel seiner Gesine genug Tips geben können.
Wenn nicht, kann sich ja Gesine vertrauensvoll an Gysi wenden, der kennt sich mit Verschleierung aus.....
Ansosten gehe ich mit @rg konform
Gesendet von Toska am 06.01.2011 15:45 #
@Schöneberger
Ich fürchte, hier irren Sie - denken Sie an die vielen Ostalgiker ( "... es war nicht alles schlecht"), die gerne wieder "heim" möchten.
Gesendet von ulla am 06.01.2011 15:47 #
28 Jahre Mauer bzw. 28 Jahre Inzucht ergibt dieses Resultat! Wie blöd muss man eigentlich sein, um dies nicht zu verstehen. Wann wird die Stasi wieder zum leben erweckt? Die Wähler der Linken denken doch, dass sie das kapitalistische Geld nehmen können und weiter nach dem Sozialismus arbeiten und denken können!!! Sind die Leute wirklich schon so verblödet? Ich kann mir das nicht vorstellen.
Gesendet von Frank am 06.01.2011 16:38 #
@ Knarf meinte am 06.01.2011 13:17
Ihre Argumentation bezüglich des Sozialstaates ist falsch.
Das Grundgesetz war ein halbes Jahr vor Gründung der DDR Grundlage der "BRD".
Lesen Sie das GG doch mal.
Gesendet von rg am 06.01.2011 16:40 #
@Knarf
"Darf man nicht über Alternativen zum Turbokapitalismus ,Ausgrenzung ganzer Bevelkerungsschichten nachdenken ?
Über unverschämte Armut und unverschämten Reichtum ?
Darf man nicht ,ist das ein tabu. Der Kapitalismus heutiger Prägung ist nicht die Lösung !!! Und es gibt keinen menschlichen Kapitalismus ,er kennt nur Gier.
Den Sozialstaat BRD hätte es doch ohne DDR als Nachbarn nie gegeben ..."
Tja warum soll man nicht über solch Alternativen nachdenken ohne das gleich die große Keule geschwungen wird. Marx kannte weder die stalinistische noch die nordkoreanische Ausuferungen noch das was die DDR diesbezüglich daraus gemacht wurde.
Lötzsch selbst favorisiert nach Aussagen gerade in der Tagesschau den demokratischen Sozialismus. Wie wurde doch gerade der Reformpolitiker Alexander Dubcek diesbezüglich geradezu im Westen bejubelt.
Und ja ohne die DDR hätte es die BRD mit ihren sozialen Leistungen bis 1989 nicht gegeben. Gerade sie musste ja dadurch beweisen sie wäre das bessere System.
Warum wird man heute gleich in die ganz ganz rote Ecke verbannt, wenn man über Alternativen zum Gegenwärtigen anstösst.
Schade Frau Lötzsch so gut es gemeint war, aber ich hätte das Wort Kommunismus tunlichst vermieden in diesem Zusammenhang.
Gesendet von Friedrich am 06.01.2011 20:12 #
das im text zitierte endet übrigens so:
"... Zu lange laufen wir auf Wegen, obwohl wir ahnen oder gar wissen, daß sie nicht zum Ziel führen. Doch wir kehren nicht um, weil wir Angst vor denen haben, die immer noch diskutierend an der Weggabelung stehen und uns mit höhnischem Gelächter empfangen könnten. Wir müssen lernen, Sackgassen zu verlassen und sie nicht ambitioniert als Wege zum Kommunismus zu preisen." (hervorhebung 1704)
wenn verfasser wie bloggemeinde die rede in gänze tatsächlich gelesen hätten, dann wäre die aufregung lediglich ein bruchteil dessen, was jetzt so durch blogs und blätterwald geistert. die rede gibt gar nicht her, was jetzt so alles behauptet wird, aber das kann man natürlich nur wissen, wenn man den text auch tatsächlich gelesen hat und einzelne satz-passagen nicht aus dem zusammenhang reißt.
das hier steht übrigens auch in diesem text:
"... Wie kaum eine andere Sozialistin ihrer Zeit hat Rosa Luxemburg zwei Ziele miteinander zu vereinen versucht – erstens das Ziel der Herstellung der gemeinsamen Kontrolle der Arbeiter, des Volkes, über die gemeinsamen Bedingungen der Produktion des gesellschaftlichen Reichtums, und zweitens das Ziel größtmöglicher Freiheit, Öffentlichkeit und Demokratie. Die zukünftige Gesellschaft war für sie wie die belebte Natur: die ungeheure Vielfalt und Selbstorganisation, die sie dort bei ihren Studien und Ausflügen immer wieder beobachtete. Die Menschen waren ihr niemals Schräubchen im Getriebe einer neuen perfekten Welt. Sie hatte Ehrfurcht vor dem Leben in seiner Besonderheit. Der »wahre Odem des Sozialismus« war für sie die Einheit von »rücksichtslosester revolutionärer Tatkraft und weitherzigster Menschlichkeit«...."
Gesendet von 1704 am 06.01.2011 20:34 #
Ich möchte nicht wissen wie viele ehemalige DDR-Bürger in der Bundesrepublik nie angekommen sind, nur weil sie nie von selbst ankommen wollten. Nur das man nach so langer Zeit und vielen unmeschlichen Enthüllungen aus dem Unrechtsstaat noch solche Träume hat, ist unverständlich. Da zeigen die Linken endlich ihr wahres Gesicht. Das ist noch die SED. Dumm, verbohrt und unrealistisch.
Gesendet von Lars am 06.01.2011 20:51 #
"Wir wissen nicht, ob Gesine Lötzsch vor dem Verfassen ihres Artikels noch mit Nordkoreas Diktator Kim-Jong-Il über die Lage der Dinge referiert hat, aber kritische Reflexionen über die zahllosen Opfer, die die bisherigen "Wege zum Kommunismus" gefordert haben, finden sich in dem Text von Gesine Lötzsch nicht" (Stefan Lippek)
Guter Journalismus ist das nicht, sondern billige Polemik. Wir befinden uns nicht mehr im kalten Krieg und (West) Berlin ist auch keine Frontstadt mehr. Dass sich Menschen kritisch damit auseinandersetzen, wie die gesellschaftlichen Probleme hier und in der gesamten Welt gelöst werden können, ist nachdenkenswert und nicht mit billiger Rhetorik zu verflapsen.
Die simplen Reaktionen auf Ihren Beitrag können Sie hier ja lesen. Sehr schade, wie der RBB verflacht.
Gesendet von Elisa am 07.01.2011 00:49 #
1704
"Auch Scheiße an die Wand schmieren hat etwas mit Kreativität zu tun". Alt 68er Stasi- Spruch
Kreativ waren Sie noch nie, aber an Schei.....kopieren, macht Ihnen niemand etwas vor!
Rot Front!
Gesendet von malaparte am 07.01.2011 01:18 #
@Elisa
Wie jetzt? Sind gute Journalisten nur jene, die den Kommunismus als allein seligmachend darstellen?
Sind alle Menschen "simpel", die Ihre Meinung zum Kommunismus nicht teilen, deren Vorstellung von einer freien, funktionierenden Gesellschaft anders ist als die Ihre?
Wieso verflacht der rbb, wenn er sich nicht zum Sprachrohr von Gesine Lötzsch macht?
Gesendet von ulla am 07.01.2011 08:07 #
@malaparte
:-) Sie haben mal wieder den Nagel auf den Kopf getroffen.
@Elisa
als simpel würde ich Ihren Beitrag bewerten. Alles linkes nachgeplapper.
Opfer gabs ja im Kommunismuss mehr als genug. Die DDR war doch für Hinrichtungen von Abweichlern mehr als bekannt.
Da musste so manch ein Klassenfeind sein Kopf opfern.
Gesendet von Toska am 07.01.2011 08:15 #
Kaum wird irgendwo das Wort Kommunismus geschrieben, gehen viele die Wände hoch.
Ich habe mir den Beitrag von Lötzsch durchgelesen. Wäre an Stelle von Kommunismus ein anderes Wort gewählt worden, würde sich niemand drum scheren. Abert so ist das oft, nichts richtig wissen, aber schreien.
Gesendet von Helen am 07.01.2011 11:18 #
1704
06.01.2011 20:34
ihr auszug:
"... Wie kaum eine andere Sozialistin ihrer Zeit hat Rosa Luxemburg zwei Ziele [...] der Herstellung der gemeinsamen Kontrolle der Arbeiter, des Volkes, [...] gemeinsamen Bedingungen der Produktion des gesellschaftlichen Reichtums, [...] größtmöglicher Freiheit, Öffentlichkeit und Demokratie. Die zukünftige Gesellschaft [...] . Die Menschen waren ihr niemals Schräubchen im Getriebe einer neuen perfekten Welt. Sie hatte Ehrfurcht vor dem Leben in seiner Besonderheit [...]"
Nur hatte Rosa Luxemburg all die späteren Auswüchse nicht mehr mitbekommen.
Damals war eine andere Zeit, die bekanntlich in ein weltweites Chaos führte.
Zu damaliger Zeit war es fast an der Tagesordnung Menschen sprich auch Politiker umzubringen ->
Auszug
" ... Terrorismus
In den ersten Jahren der Republik fielen zahlreiche prominente Kommunisten, Sozialdemokraten, liberale und katholische Demokraten politischen Mordanschlägen zum Opfer. Die Täter waren fast ausnahmslos ehemalige oder aktive junge Reichswehroffiziere bzw. Freikorpsleute [...]
[...] Januar 1919 wurden die KPD-Führer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ermordet,
im Februar der bayerische Ministerpräsident Kurt Eisner (USPD).
Im August 1921 wurde im Schwarzwald der Unterzeichner des Waffenstillstandes und frühere Reichsfinanzminister Matthias Erzberger (Zentrum) getötet.
Am 4. Juni 1922 entging der Kasseler Oberbürgermeister und erste Ministerpräsident der Republik, Philipp Scheidemann (MSPD), nur knapp einem Blausäure-Attentat. [...] am 24. Juni, der jüdische Außenminister Walther Rathenau (DDP) in Berlin in seinem Dienstwagen erschossen wurde, kam es zu gewaltigen Protestdemonstrationen. [...] usw, usf.
Dass auf dieser Konferenz auch Ex-RAF-Terroristin Inge Viett sprechen soll, erinnert ja fast schon an kubanische che guevara Verhältnisse.
Mit ihren jetzigen Gedanken katapultiert sich die Linken-Vorsitzende Gesine Lötzsch klar ins Abseits und schadet ihrer Partei noch dazu.
Wenn sie nichts besseres anzubieten hat, als hundert Jahre Vergangenheit bleibt sie nur die konterkarierte ewig Gestrige.
Knarf
" Den Sozialstaat BRD hätte es doch ohne DDR als Nachbarn nie gegeben"
Haben Sie da jetzt nicht die Worte DDR/BRD verwechselt?
Gesendet von j.debus am 07.01.2011 13:18 #
@ malaparte (07.01.2011 01:18)
gehen Sie ruhig davon aus, daß Sie mit Ihrem kommentar mindestens so kreativ sind, wie in dem "Alt 68er Stasi-Spruch" formuliert!
@ ulla (07.01.2011 08:07)
warum versuchen Sie eigentlich, @Elisa so offensichtlich falsch zu verstehen? es ist doch völlig klar, daß sich "Guter Journalismus ist das nicht, sondern billige Polemik" auf die passage bezieht, in der Gesine Lötsch in die geistige nähe von Nordkoreas Diktator Kim-Jong-Il gerückt wird.
mit der gleichen chuzpe könnte man Stefan Lippeck fragen, ob er sich beim verfassen seines textes als keifernden kettenhund der springerpresse fühlte. und er zeigt auch nicht gerade große journalistische sorgfalt, denn erstens ist die rede eigentlich gar keine rede, und zum zweiten wäre doch sinnvoll gewesen darauf hinzuweisen, daß der titel "Wege zum Kommunismus" die frage des veranstalters aufgreift, die lautet: "Wo bitte geht's zum Kommunismus?", und drittens hätte der verfasser auch zur kenntnis nehmen können, was sich in dem essay so ausdrückt:
"Wenn Kommunismus das Gemeinschaftliche betont und der Liberalismus den einzelnen, dann wollte Rosa Luxemburg beides zugleich – höchstmögliche Gemeinschaftlichkeit bei der Kontrolle darüber, daß Eigentum und Macht im Interesse aller gebraucht werden, und größtmögliche Freiheit individueller Entfaltung, radikaler Kritik und Öffentlichkeit. Eine Gesellschaft ohne Freiheit wäre für sie nur ein neues Gefängnis gewesen, so wie ihr eine Gesellschaft ohne Gleichheit immer nur eine Ausbeutergesellschaft war. Sie forderte die Herrschaft des Volkes über Wirtschaft und Gesellschaft genauso ein wie die Freiheit des Andersdenkenden. Sie war radikale demokratische Sozialistin und konsequente sozialistische Demokratin. Deswegen konnte der sowjetische Parteikommunismus sich am Ende genausowenig mit ihr versöhnen wie der bürgerliche Liberalismus. Beide wurden durch sie provoziert und lehnten sie letztlich ab. Und genau deswegen ist sie für die Partei Die Linke eine der wichtigsten Bezugspersonen in der Geschichte der Arbeiterbewegung."
und natürlich gerät der text von Stefan Lippeck in den ruch, hier nur billigste polemik loswerden zu wollen, denn eine inhaltliche auseinandersetzung mit dem essay von Gesine Lötsch wird ja nicht einmal im ansatz versucht!
@ Helen 07.01.2011 11:18)
Sie treffen den nagel auf den kopf!
Gesendet von 1704 am 07.01.2011 14:03 #
@Helen
Die meisten user in diesem Blog sind wahrscheinlich schon über 18 und werden wissen, warum sie bei dem Wort "Kommunismus" die Wände hochgehen, besonders wenn sie hören von wem, in welchem Zusammenhang und in welcher Gesellschaft - die DKP Funktionärin Inge Viett gehört auch dazu - es fällt.
Gesendet von ulla am 07.01.2011 14:53 #
@Helen
Ich gehe mehr als nur die Wände hoch, bei dem Wort K.
Und ich weiss genau was ich schreibe.
Mit Ihren Behauptungen @Helen sollten Sie etwas deferenzierter sein.
Der Kommunismus ist eine Diktatur-genau wie in Nordkorea.
Als Lektüre empfehle ich Ihnen:
Das Schwarzbuch des Kommunismus ( Verlag Piper)
Gesendet von Toska am 07.01.2011 15:39 #
@ Toska (07.01.2011 15:39)
Sie haben dieses buch, das mehr als 1000 seiten umfaßt, gelesen? respekt!
dann können Sie ja sicher mit folgender aussage etwas anfangen:
"Noam Chomsky kritisierte unter anderem die Zählung der Opfer. Allein die wirtschaftspolitisch ausgelösten Hungersnöte in China während des sogenannten Großen Sprungs nach vorn 1958/59–1961 werden im Schwarzbuch mit 25–40 Millionen angegeben. Mit Verweis auf den Nobelpreisträger Amartya Sen... stellte er heraus, dass die Anzahl der Todesfälle, bezogen auf die Gesamtanzahl der Individuen (Mortalität) in Indien pro Jahr um durchschnittlich 4 Millionen höher liegt als in China. Alle acht Jahre würde Indien folglich mehr Gräber füllen als China während der drei bitteren Jahre. Während der Kommunismus nach den Autoren des Schwarzbuches 100 Millionen Tote seit 1917 verschuldet habe, müsste nach dieser Rechenart allein das demokratisch-kapitalistische Experiment in Indien seit 1979 wirtschafts- und sozialpolitisch mehr als über einhundert Millionen Tote verschuldet haben. Die restliche kapitalistische Welt und die von ihr ausgehenden Kriege wären hierbei noch nicht berücksichtigt."
(wikipedia, Das Schwarzbuch des Kommunismus)
Ihnen ist sicher aufgefallen, beim lesen des buches, daß es nur 2 beiträge gibt, die sich mit der DDR befassen? der eine ist ein text von Joachim Gauck, der andere von einem mitarbeiter Gaucks, Dr. Ehrhart Neubert. und beide tun sich sehr schwer damit, der DDR so etwas wie "verbrecherische gewaltausübung", dem sich ja alle anderen beiträge des buches verpflichtet fühlen, nachzuweisen. letztlich muß dann so etwas wie ein kunstgriff her, um innerhalb des buches nicht aus dem rahmen zu fallen, indem man bzgl. DDR lieber von einem "präventiven Terror" spricht, dabei müßte es doch ganz einfach sein, man weiß doch schließlich, wie (verbrecherisch) kommunisten sind, vor allem sind sie alle gleich (verbrecherisch), nicht?
wissen Sie übrigens, wie der renommierte geschchtswissenschaftler Hans Mommsen dieses buch charakterisiert? als einen "Bestseller im Dienste des Ressentiments" - ich denke, solche bücher kommen immer mehr in mode, fragt sich doch eigentlich nur noch, wozu?
Gesendet von 1704 am 07.01.2011 17:28 #
@ j.debus (07.01.2011 13:18)
"Nur hatte Rosa Luxemburg all die späteren Auswüchse nicht mehr mitbekommen. Damals war eine andere Zeit, die bekanntlich in ein weltweites Chaos führte."
das haben Sie sehr nett umschrieben, wenn man bedenkt, daß Rosa Luxemburg ermordert worden ist, und ich weiß nicht, was Sie mit dem weltweiten chaos meinen? den "Schwarzen Freitag"? den aufstieg der Nationalsozialisten? den holocaust? den 2. weltkrieg? den kalten krieg? die gründung und die existenz der beiden deutschen staaten? die "friedliche Revolution"? alles merkwürdig, da es hier doch um jemanden geht, der bereits 1919 umgebracht worden ist.
damals war eine andere zeit, sicher, aber daraus können Sie nicht schlußfolgern, daß man heute Rosa Luxemburg anders zu verstehen habe als sie es damals meinte, und damit stillschweigend unterstellen, daß sie mit dem späteren einverstanden gewesen wäre, weil man das schlichtweg nicht wissen kann, bestenfalls darüber spekulieren, aber dann ist es eben auch nur eine spekulation!
ich zitiere einmal:
"... Es ist die historische Aufgabe des Proletariats, wenn es zur Macht gelangt, an Stelle der bürgerlichen Demokratie sozialistische Demokratie zu schaffen, nicht jegliche Demokratie abzuschaffen.... Sozialistische Demokratie beginnt zugleich mit dem Abbau der Klassenherrschaft und dem Aufbau des Sozialismus. Sie beginnt mit dem Moment der Machteroberung durch die sozialistische Partei. Sie ist nichts anderes als die Diktatur des Proletariats. Jawohl: Diktatur! Aber diese Diktatur besteht in der Art der Verwendung der Demokratie, nicht in ihrer Abschaffung, in energischen, entschlossenen Eingriffen in die wohlerworbenen Rechte und wirtschaftlichen Verhältnisse der bürgerlichen Gesellschaft, ohne welche sich die sozialistische Umwälzung nicht verwirklichen läßt. Aber diese Diktatur muß das Werk der Klasse, und nicht einer kleinen, führenden Minderheit im Namen der Klasse sein, d.h. sie muß auf Schritt und Tritt aus der aktiven Teilnahme der Massen hervorgehen, unter ihrer unmittelbaren Beeinflussung stehen, der Kontrolle der gesamten Öffentlichkeit unterstehen, aus der wachsenden politischen Schulung der Volksmassen hervorgehen..."(Rosa Luxemburg, Zur russischen Revolution)
und natürlich könnte man darüber reden, ob eine solche position aus heutiger sicht zeitgemäß oder überhaupt wünschenswert ist, auch darüber, ob das, was Luxemburg seinerzeit ausführte, überhaupt praktisch machbar (gewesen) wäre, aber daraus zu schlußfolgern, eine anknüpfung an das denken Rosa Luxemburgs heute wäre eine anknüpfung auch an den stalinismus oder an heutige machthaber z.b. in Nordkorea, das ist blühender unsinn! da hat sich jemand einfach nur arg verrannt! aber wie man lesen kann, fällt das ja auch auf fruchtbaren boden, und das war ja wohl auch so gewollt...
@ ulla (07.01.2011 14:53)
ein wenig achtsamer sollten Sie schon sein, die DKP Funktionärin Inge Viett, wie konnte Ihnen das denn passieren?
Gesendet von 1704 am 07.01.2011 19:14 #
Es ist doich wie immer, jeder sucht sich aus einer Rede usw. etwas heraus und kommentiert dann drauf los. Ob das einen Zusammenhang mit dem Ganzen ergibt, ist dann Nebensache.
Warum hat Herr Lippeck nicht den Titel der Rede vorangestellt, aber ich glaube, das hätte auch wenig gebracht, das sehe ich schon an
den Reaktionen einiger Blogger.
Gesendet von Helen am 07.01.2011 21:58 #
@ Ulla @ Toska
Den 2. Absatz - 11.18 - haben Sie nicht gelesen, das entnehme ich Ihren Reaktionen. Ich gehe mal davon aus, daß Ihnen sonst die Rede, die noch gar nicht gehalten wurde, gar nicht aufgefallen wäre.
Gesendet von Helen am 07.01.2011 22:29 #
@Redaktion
Das ist nun heute in nur einem thread schon der 2. Versuch :-)). Wäre es Ihnen möglich in meinem Kommentar von 14.53 Uhr "die DKP Funktionärin" durch "die der DKP nahestehende" zu ersetzen?
Ich könnte dann die Bemerkung von @1704 ad acta legen. Auch aus Rücksicht auf Sie und die anderen user möchte ich ihm weder heute noch in Zukunft direkt antworten. Seine Art auf Biegen und Brechen "Diskussionen" herauszufordern ist mir hinlänglich bekannt und echt zuwider.
Das Ende solcher "Diskussionen" auch :-).
Gesendet von ulla am 07.01.2011 22:59 #
Wir können in ihren Beiträgen nicht herumredigieren. Das wäre auch nicht sinnvoll. Sie sollen ja hier ihre Meinung ungeschminkt posten können.
Wenn ihnen die Beiträge anderer User auf die Nerven gehen, dann sollten sie die einfach ignorieren.
Gesendet von Redaktion am 07.01.2011 23:10 #
@Redaktion
Okay, das ist verständlich.
@Helen
Am 4.1., das war am Dienstag, habe ich im Spiegel schon in "Linke-Chefin erklärt Kommunismus zum Ziel der Partei" gelesen:
"Wörtlich heißt es im Text "Die Wege zum Kommunismus können wir nur finden, wenn wir uns auf den Weg machen und sie ausprobieren, ob in der Opposition oder in der Regierung. Auf jeden Fall wird es nicht den einen Weg geben, sondern sehr viele unterschiedliche Wege, die zum Ziel führen."
Gesendet von ulla am 07.01.2011 23:38 #
Allein der Begriff Kommunismus ist derart negativ besetzt, daß eine Parteivorsitzende wohl mit nichts anderem als herber Kritik rechnen sollte, wenn sie dieses "Ideal" hervorkehrt.
Sämtliche kommunistischen Experimente sind aber sowas von gescheitert, daß man darüber nicht weiter nachdenken muss. Sie rufen bei den meisten Menschen nur Schrecken hervor. Und das völlig zu Recht.
Andererseits erleben wir ja gerade, daß der totale Privatisierungswahn uns auch nicht bekommt. Ich sag nur: S-Bahn, Wasser, Strom.
Das sind Dinge, die zur öffentlichen Daseinfürsorge gehören und damit nicht dem Kapitalmarkt geopfert werden sollten.
Und das sind ja auch Positionen, die von der Linken in Berlin vertreten werden.
Alles andere ist intellektuelles Geschwafel, das niemanden wirklich interessiert!
Gesendet von candide am 08.01.2011 00:17 #
Für mich ist der Begriff Kommunismus nicht negativ besetzt. Aus meiner Sicht hat es aber nie einen echten Versuch gegeben, ihn zu verwirklichen. Die Idee selber ist eigentlich gut, nur der Mensch taugt dafür nicht. Aber immerhin hat uns diese Idee weggeführt vom Ständedenken, , alle kleinen Rechte, die wir heute genießen basieren doch auf einem revolutionärem Umdenken. Es gibt keine Leibeigenen mehr, keine Adligen, wir sind vor dem Gesetz alle gleich. Wir haben viel erreicht. Und nun müssten wir eigentlich lernen, wie wir mit der Not der Armen umgehen wollen. Der ungezügelte Kapitalismus ist doch keine Antwort auf dieses Problem.
Gesendet von Ellisa am 08.01.2011 03:34 #
Ich habe hier bei einigen usern das Gefühl, die Mauer in den Köpfen 10 -mal höher, wie die tatsächliche Mauer war.
@1704
Ich habe mir meine eigende Meinung, nach dem lesen dieses Buches gebildet.
Wenn Sie eine andere Meinung haben und Ihnen nun dies und jenes aufgefallen ist, und Sie ( wie immer) mit Zitaten aufwarten, Ihre Sache, und für mich absolut keine Diskusionsgrundlage.
Denn eine Grundlage besteht nur dann, wenn man sich mit den Tatsächlichen dieses Buches auseinandersetzt und nicht mit irgendwelchen Zitaten aus Wiki.
Schönen Tag noch.
Gesendet von Toska am 08.01.2011 08:29 #
Es ist schon interessant was das K- Wort in der Bundesrepublik für Reflexe auslöst . Marx hatte wohl nicht ganz unrecht: "Ein Gespenst geht um in Europa ,das Gespenst des Kommunismus".
Was ist verwerflich an einer klassenlosen Gesellschaft,einer Welt ohne Kriege und ohne Arbeitslosigkeit , ohne Ausbeutung ?
Darf man die herrschenden Verhältnisse in unserer Gesellschaft nicht in Frage stellen ? Kriegseinsätze , Hochrüstung ?
Mal ehrlich das Gesellschaftssystem in der Bundesrepublik befindet sich in einer Legitimationkrise und das jetzige Getöse soll nur davon ablenken.
Gesendet von Knarf am 08.01.2011 11:02 #
@ Toska (08.01.2011)
mich hat zu meinem kommentar an Sie ein Satz von Ihnen veranlaßt:
"Mit Ihren Behauptungen @Helen sollten Sie etwas deferenzierter sein."
weil Sie, kaum, daß Sie diesen satz geschrieben haben, genau das, was Sie mit diesem satz einfordern, oder anregen, oder empfehlen, oder wie Sie es nun nennen wollen, gerade nicht tun.
ich habe Ihne das zitat deshalb so ausführlich wiedergegeben, weil es deutlich macht, daß die art und weise, wie die zahlen ermittelt und dann zu einer aussage benutzt worden sind, sehr fragwürdig ist. es reicht nämlich nicht, ein buch, das mit so vielen zahlen operiert, einfach nur zu lesen, es reicht auch nicht, das gelesene verstehen zu wollen (was ja durchaus schon sehr lobenswert ist), sondern man sollte solche zahlen auch überprüfen (können) und auch darauf achten, ob die zahlen und die art der erhebung mit den daraus abgeleiteten behauptungen und meinungen tatsächlich insoweit übereinstimmen, daß beides sich zueienander schlüssig verhält. und das trifft bei diesem buch so nicht zu. es gibt zur zeit noch ein anderes buch, von dem viele meinen, es würde etwas tatsächliches beschreiben, weil es mit so vielem zahlenmaterial aufwartet, aber da ist z.b. das problem, daß die zahlen nicht die behauptungen und schlußfolgerungen stützen, weil die schlußfolgerungen immer ganz schnell die grundlagen der zahlen verlassen und konstruktionen darstellen, die lediglich zahlen als ausgangspunkt nahmen, die aber die schlußfolgerungen gar nicht stützen, weil sie viele andere zahlen einfach außer acht lassen oder geradezu ausklammern oder weil sie reine spekulation und mutmaßungen sind. aber als jemand, der sich mit dem gelesenen tatsächlich auseinandersetzt, werde ich Ihnen da ja gar nichts neues mitteilen.
daß in staaten, die sich ganz offiziell "Kommunismus" auf die fahnen geschrieben haben oder diesen begriff in ihrer staatsdoktrin verordnet haben, ganz unbestreitbar auch verbrechen begangen worden sind, und zwar durchaus auch mit sehr hohen opferzahlen, das wird heute kein vernünftiger mensch mehr bestreiten. auch "linke" bestreiten das nicht. was linke bestreiten, das ist die legitimität der okkupation der idee vom "Kommunismus" durch menschen, die meinen, durch den begriff "Kommunismus" verbrechen an menschen und zwangssysteme rechtfertigen zu können. und natürlich widersprechen sie auch jenen, die meinen, diese okkupanten der idee mit der idee gleichsetzen zu können. es wurden/werden auch verbrechen im namen von freiheit und demokratie begangen, stellen diese die idee der freiheit oder die der demokratie derart in frage, daß sie deshalb zu verwerfen sind? im Irak sind schätzungsweise mehr als 1 million menschen umgekommen, die meisten davon zivilisten, weil man ihnen freiheit und demokratie bringen wollte/will - sollte man deshalb der idee der freiheit oder der idee der demokratie eine grundsätzliche absage erteilen?
ich gebe Ihnen einmal ein beispiel, wo genau das, was Sie und andere bzgl. "Kommunismus" tun, hinsichtlich einer anderen idee dann gar nicht tun: im namen des christlichen glaubens wurden millionen menschen umgebracht, oder durch "präventiven terror" eingeschüchtert und verfolgt (inquisition), aber: hindert Sie oder andere dieses historische faktum, am christlichen glauben (trotzdem) festzuhalten? hindert es Sie oder andere, nicht davon überzeugt zu sein, daß es letztlich ein guter glaube ist? daß es gut ist, sein leben danach auszurichten? die grundsätze dieses glaubens mit leben zu erfüllen? warum können Sie das tun, wo Sie doch wissen (müßten), daß das christentum auch viel unglück in die welt gebracht hat? Sie können das deshalb, weil Sie meinen, das seien schließlich verirrungen einzelner gewesen, oder irgendwelche zeittypischen irrtümer oder verirrungen, oder eine clique von klerikern, die das wort gottes ein wenig arg strapaziert haben und leider, leider vom rechten weg abgekommen sind. erwarten Sie vom papst, daß er, bevor er irgendeine rede hält, sich immer erst einmal der opfer erinnert, die seine religion so mit sich brachte? erwarten sie von (evangelischen) christen, daß sie, bevor sie sich zu etwas äußern, erst einmal für die vielen opfer entschuldigen und sich von den verbrechen, die im namen des christentums begangen wurden, distanzieren? das tun Sie nicht, weil Sie meinen, papst wie vatikan oder evangelische/christliche kirchen, oder auch jeder einzelne christ, wissen, daß sie historische irrtümer abgelegt haben und ihnen nicht erneut erliegen werden.
eines noch: ich bezweifle, daß Sie sich ausreichend "mit de[m] Tatsächlichen dieses Buches" auseinandergesetzt haben, sondern vermute eher, daß Sie bzgl. dieses buches in zitaten denken, weil Sie das dort geschriebene als wahr erachten. auseinandersetzung ist das nicht, sondern lediglich ein fürwahrhalten und ein nacherzählen!
übrigens müssen Sie nicht denken, ich wolle das mit Ihnen jetzt diskutieren oder Ihnen Ihre meinung irgendwie in abrede stellen, meinen können Sie von mir aus was Sie wollen, glauben übrigens auch!
Gesendet von 1704 am 08.01.2011 14:20 #
@Knarf
"Was ist verwerflich an einer klassenlosen Gesellschaft,einer Welt ohne Kriege und ohne Arbeitslosigkeit , ohne Ausbeutung ?"
Den ersten Kommunisten der das hinkriegt werde ich wählen - versprochen!
Gesendet von ulla am 08.01.2011 14:53 #
Werter 1704
am 07.01.2011 19:14
" damals war eine andere zeit, sicher, aber daraus können Sie nicht schlußfolgern, daß man heute Rosa Luxemburg anders zu verstehen habe als sie es damals meinte, und damit stillschweigend unterstellen, daß sie mit dem späteren einverstanden gewesen wäre, weil man das schlichtweg nicht wissen kann, bestenfalls darüber spekulieren, aber dann ist es eben auch nur eine spekulation!"
Jetzt haben Sie sich so viel Mühe gegeben, dass es schwer fällt mehr beim Thema zu bleiben, wie etwa, mehr sich Ihnen zu widmen.
Hier geht es nicht um Unterstellungen oder Spekulationen.
Hier geht es um Meinungen .
Selbst Ihr Dialog ist nur eine Meinung als Beitrag zum Thema.
Woher wollen Sie denn wissen, wie der weitere Werdegang von R.Luxemburg verlaufen wäre, wenn man sie nicht umgebracht hätte.
Das Fragezeichen als Reflex auf eine evtl. (ihrerseits) Antwort erspare ich hier, denn die Frage steht schon im Satz und nicht jede Frage bedarf einer Antwort.
Wie schon geschrieben, wurden zu damaliger Zeit die Menschen reihenweise gemordet.
Ich sehe keine Begründung R.Luxemburg heute noch so zu huldigen, wie es einige immer noch tun.
Knarf
"Was ist verwerflich an einer klassenlosen Gesellschaft,einer Welt ohne Kriege und ohne Arbeitslosigkeit , ohne Ausbeutung ?"
Nichts. Aber der Mensch ist dazu nicht geschaffen. Jedenfalls nicht in seiner derzeitigen Lebensform.
Die "Abenteuer des Raumschiff Enterprise" von einer besseren Welt habe ich mir immer gerne angeschaut.
Läuft übrigens derzeit immer auf Tele5.
Das Wort Demokratie ist ein weit dehnbarer Begriff geworden. Selbst Russland ist bestenfalls eine "gelenkte" Demokratie. Dem selbst unsere Politiker nicht widersprechen bzw. dazu schweigen.
Gesendet von j.debus am 08.01.2011 16:13 #
Nachdem es Kritik von allen Seiten hagelte, vor allem auch aus den eigenen Reihen, hat Gesine Lötzsch nun einen Rückzieher gemacht. Sie wird auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz nun doch nicht an der Podiumsdiskussion mit der ehemaligen RAF-Terroristin Inge Viett und der DKP-Vorsitzenden Bettina Jürgensen teilnehmen. Stattdessen will sie jetzt dort nur eine Rede halten.
An ihren Äusserungen zum Kommunismus hält sie aber weiterhin fest.
Gesendet von Stefan Lippeck am 08.01.2011 16:26 #
Hallo Redaktion
Wieso eigentlich ehemalige Terroristin Viett?
Die R.A.F. ist nich mehr. Das ist also ehemalig eine terroristische Bande.
Soweit ich weiß, hat die Frau noch vor wenigen Jahren dem Terrorismus gehuldigt. Mit einem Artikel eben in der Jungen Welt.
Den Terror, den sie (mit) verbreitet hat, die Morde, Folter, Quälerei und das Leid was sie über andere gebracht hat, bezeichnete sie meiner Erinnerung nach dort als Klassenkampf von unten... und monierte lediglich, dass für diesen Kampf nur mehr Erfahrung nötig gewesen wäre.
Sie hat sich nie vom Terrorismus distanziert und ist somit keine ehemalige sondern eine unbelehrbare.
Für mich auf jeder Veranstaltung eine Person non grata, wenn man ein Demokrat ist. Egal ob man Kommunismus sucht oder eine Abkehr vom ungezügelten Kapitalismus...
Uschi Kowalski
Gesendet von Kowalski am 08.01.2011 17:25 #
@1704
zu Ihrem Beichspiel: Ich hatte es schon einmal geschrieben, da Sie jetzt die " Christlichen Verbrechen " ansprechen,
dass Glaube und Kirche für mich zwei verschiedende Sachen sind.
Das verhält sich fast so, wie die grausamen Verbrechen an den Juden in der Nazizeit. Ich habe zu der Zeit ( dieser von Ihnen angeführten Verbrechen )nicht gelebt und ich sehe mich nicht dafür in Verantwortung.
Deswegen kann ich aber meinen Glauben leben.
Was den Kommunismuss betrifft, den habe ich an Leib und Seele erfahren, auf einer sehr( jedenfalls für mich) schlimmen Art und Weise.
Da kann ich mitreden, da kann ich sagen, und zwar ruhigen Gewissens, das der Kommunismuss eine Diktatur ist, genau wie es die Nazizeit war.
Leider sind wir von den ganzen Stasigeschmeis so unterwandert, dass man nur noch ko.... könnte.
So, nun ist Schluss- gehe in die Abendmesse !!!!
Gesendet von Toska am 08.01.2011 17:52 #
Linke = SED = Kommunisten!
So einfach ist das.
Gesendet von Aussteiger am 08.01.2011 18:57 #
Meine erste Reaktion auf die Äußerung von Gesine Lötsch war, dann geh doch rüber. Mist das geht ja nicht mehr. Diese beliebte Floskel der Jahre vor 1989 zieht nicht mehr.
Als ich dann panikartig rausrannte um mein Che-T-Shirt von der Wäscheleine zu reißen bevor mich ein Ministrantenverführer der Hexerei anklagt, wurde mir bewusst, so kann es die Frau Lötsch gar nicht gemeint haben.
Kommunismus und Deutschland, Feuer und Wasser, Teufel und Weihrauch, dies alles ist einfach nicht kompatibel. Bevor Deutschland kommunistisch wird, fließt die Spree eher flussaufwärts. Aber noch immer löst dieser Begriff Angst und Schrecken hierzulande aus.
Bei den ehemaligen Bürgern der DDR kann ich dies noch nachvollziehen. Da werden sich einige sagen, nein bitte nicht schon wieder. Aber bei den ehemaligen Bürgern Westberlins oder der Bundesrepublik? Der Kommunismus hat uns doch die schönsten Jahre unseres Lebens gebracht. Nur durch den Kommunismus ging es uns doch so gut, erlebten wir ein Wirtschaftswunder, das seinesgleichen auf der Welt sucht. Weil die Arbeitgeber und der Staat beweisen mussten, dass sie die besseren sind und die bösen Kommunisten auf der anderen Seite der Mauer leben.
Weshalb also diese Hysterie? Der Kommunismus wurde bisher in keinem Land umgesetzt. Die DDR und die Sowjetunion waren keine kommunistischen Staaten, auch wenn sie als solche immer hingestellt wurden.
Wir haben eine parlamentarische Demokratie, in der die Macht vom Volke ausgeht. Der Abgeordnete nur seinem Gewissen verpflichtet ist. Aha, das hört sich aber richtig gut an. Weshalb wird Deutschland so nicht regiert? Weshalb regiert nur noch der Lobbyismus und das Geld, sprich die Wirtschaft? Vielleicht hat der Deutsche gerade deshalb solch eine Angst vor dem Kommunismus.
Aber keine Angst, Deutschland wird nie von Kommunisten regiert werden, aber das Gespenst des Kommunismus wird gerne mal wieder ausgegraben, auch wenn Gesine Lötsch dies ganz anders gemeint haben sollte. Das interessiert niemanden mehr, haften bleibt nur das Wort KOMMUNISMUS.
Gesendet von herbi am 08.01.2011 19:08 #
@ Aussteiger meinte am 08.01.2011 18:57
"Linke = SED = Kommunisten!
So einfach ist das."
Ja, so simpel. Lassen´s wir bei dieser einfachen Behauptung und kümmern uns nicht weiter um die Belange dieser Welt. Hauptsache, uns geht´s gut.
Und tatsächlich hatten ja einige Jahrgänge Glück: relativen Wohlstand, keinen Krieg, keine Verfolgung. keinen Rassenwahn. Schöne Welt.
Gesendet von Elisa am 09.01.2011 00:13 #
@Stefan Lippeck - gestern 16.26
... und dann macht sich die Dame durch den Hinterausgang davon :-))
habe ich gerade in "Gesine Lötzschs revolutionärer Rückschritt" (Tagesspiegel v. 9.1.) gelesen.
Gesendet von ulla am 09.01.2011 09:11 #
Aussteiger
Ihr Rückblick ist enorm.
Hoffentlich unterstützen Sie nicht indirekt den Kommunismus, ohne es zu wissen (Satire aus)
Gesendet von j.debus am 09.01.2011 11:28 #
Um den Kommunismus beurteilen zu können,
braucht es kein Schwarzbuch, kein Rotbuch,
kein Politik- oder Geschichtsstudium.
Da hat doch jeder in Berlin seine persönlichen Erlebnisse, Erfahrungen, Anschauungen und Gespräche.
Ich will nur ein paar Beispiele anführen:
- Führung durch die Gedenkstätte Hohenschönhausen, Opfer erzählen von ihren Leiden
- Besichtigung des KZ Sachsenhausen; kaum waren die Nazi-Opfer befreit, war "das Objekt" schon wieder voll, diesmal mit Antikommunisten
- Studium von Kinder- und Schulbüchern der DDR - triefend vor Hass und schlimmstem Militarismus
- Kinder, die Blumen an Grenzsoldaten überreichen, von denen viele in einem enormen Gewissenskonflikt standen (Beispiel Ulrich Mühe)
- visuelle Eindrücke von vor 1989 (Ost-Berlin, Leipzig, Transitstrecke, Bitterfeld), sowie Bücher und audiovisuelle Dokumentationen
- unverblümter Menschenhandel durch willkürliche Verhaftungen mit dem einzigen Zweck mehr Menschen zu verkaufen
- die Reihe könnte beliebig fortgesetzt werden
Auf Antworten wie "Das hat alles nichts mit Kommunismus zu tun." kann ich verzichten.
Gesendet von Hernando am 09.01.2011 14:17 #
Das ist doch mal wieder so eine richtig schöne Doppelmoral.
Über Kommunisten schimpfen und dann mit diesen Leuten
Geschäfte machen .
Wie würde es wohl in unserer Wirtschaft aussehen ohne die
Volksrepublik China??
Wen würde man wohl die ganzen schönen Luxusautos
verkaufen?
Ziemliche Heuchelei ,nicht war ?
Gesendet von Werner am 10.01.2011 14:02 #
@Werner
Wenn die Chinesen unsere Luxusautos kaufen sind sie ja keine Kommunisten mehr - dann hat der Kapitalismus sie auch kalt erwischt :-))
Wann haben Sie denn das letzte Mal in die Etiketten Ihrer preiswert erstandenen Gegenstände geschaut? Alles made in Germany oder vielleicht doch was Chinesisches dabei?
Gesendet von ulla am 10.01.2011 15:39 #