08.02.2010 17:12 | von Redaktion | 33 Kommentare
Warnstreik bei der BVG
in
Allgemeines
Am Dienstag droht ein Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr. Schlimm genug, dass die S-Bahn weiterhin nach Notfahrplan fährt, jetzt will morgen ein kleiner Teil der BVG-Mitarbeiter die Arbeit niederlegen. Hinter dem Streikaufruf steht die Gewerkschaft der Lokführer, GDL. Sie hat ihre Mitglieder dazu aufgerufen, die Arbeit mit Beginn der Frühschicht bis zum Nachmittag niederzulegen.
80 Prozent der BVG-Beschäftigten sind aber bei der Gewerkschaft ver.di organisiert, die von einem Warnstreik abrät und sich nicht beteiligen will. Trotzdem könnten laut BVG die U-Bahnen von dem Streik betroffen sein.
bvg streik u-bahn gdl


Auch wenn der Streik jetzt zu Beeinträchtigungen führen sollte, die Borniertheit, mit der die Abgeordneten im Ab.-Haus ihre Entlohnung um fast 10% erhöht haben, bedarf einer Antwort.
Gesendet von rg am 08.02.2010 18:17 #
Laut Pressemitteilung von Verdi distanziert sich die Gewerkschaft von diesem Warnstreikaufruf.Die Gewerkschaft befindet sich zur Zeit ja auch in Tarifverhandlungen mit der BVG, die nach eigenen Aussagen konstruktiv verlaufen. Da weder dbb,GdL oder glk die Tarifverhandlungspartner für die BVG sind ,ist es fragwürdig ob sie überhaupt berechtigt sind die BVG-Mitarbeiter zur Arbeitsniederlegung aufzuhetzen und somit in die laufenden Verhandlungen einzugreifen.Übrigens finde ich es schon merk-
würdig, daß weder in den Tagesnachrichten verschiedener Radiosender noch in der Abendschau von der Verdi-Pressemitteilung Nr. 18 zu hören war.
Gesendet von Graumann am 08.02.2010 20:00 #
Wer und was sich nun distanziert und wer nun zum Streik aufgerufen hat oder nicht, glaube ich , ist für die Fahrgäste völlig unwichtig. Man mutet den Berliner wirklich einiges zu.
Ich habe kein Verständniss mehr, das es immer auf den Rücken der Fahrgäste ausgetragen wird. Warum kümmern sich denn die Gewerkschaften nicht mal im die Bosse die sich ja das Geld einstecken.
Ganz einfach, auch ein Herr Bsirske kocht nur mit Wasser und steckt mit dem unter eine Decke.
Mir egal, habn Auto
Gesendet von Toska am 09.02.2010 06:58 #
Hallo ihr da draussen.
Die BVG homepage sagt über den Streik, dass sie sich nicht beteiligt. Was denn nun?
Es werden alle Linien bedient. Soll das nun heissen, wenn der Bus/ die Bahn kommt, kommt sie und wenn nicht, dann nicht.
Es k*** mich an. Ich war und bin für Streik, doch die BVG hat bereits vor 2 Jahren Lohnerhöhungen durchgesetzt. Schluss erstmal.
Denken die entsprechenden Köpfe, weil die DB AG mit ihrer Infopolitik immer weiter machen darf, dass sie es übernehmen?
Uschi Kowalski
Gesendet von Kowalski am 09.02.2010 08:39 #
Witzig ist, dass die BVG-Mitarbeiter über diesen Warnstreik NICHT unterrichtet wurden. Jegliches Wissen ist reine Spekulation.
Ich finde eh, das man die Gehälter des öffentlichen Dienstes an die Erhöhung der Diäten koppeln sollte. Dann gäbe es weniger Diskussionsbedarf...
Gesendet von lookielookie am 09.02.2010 09:02 #
Auszug: "Zum Warnstreik aufgerufen hat eine Tarifunion, in der die Mitglieder der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und der Gewerkschaft Kommunaler Landesdienst vereint sind. Sie haben unter den 12 000 Beschäftigten der BVG nach eigenen Angaben mehr als tausend Mitglieder, vor allem im Tochterunternehmen Berlin Transport, das die Fahrer für die U 5 stellt. 500 der Mitglieder sind zum Streik aufgerufen worden. Die „Nadelstiche“ durch den Streik würden spürbar sein, kündigte Verhandlungsführer Willi Russ von der Tarifunion an."
Klingt nach längerer Dauer.
Passt vorzüglich, wenn die vorgesehene Entschädigung evtl. ab Februar/März der S-Bahn für Fahrgäste kommen sollte.
Gemindertere Preise für Fahrgäste bedeutet gleichzeitig geminderte Leistung.
@rg
Auch wenn man es nicht glauben kann, sind Abgeordnete auch irgendwie nur der Spezies Mensch zuzuordnen.
Um einen Streik der Abgeordneten abzuwenden, sind sie auch nur der eigenen Gier erlegen.
Erst ganz weit weg, am ende des Tunnels kommt das Fußvolk.
Gesendet von Rauchzart am 09.02.2010 11:46 #
@ Toska (09.02.2010 06:58)
Sie geben doch sogleich das beispiel, warum es wichtig ist, daß sich z.b. ver.di distanziert, wenngleich etliche medien meinen, das sei nicht mitteilungswürdig. denn warum nennen Sie wohl am ende Ihres texten ausdrücklich herrn "Bsirske" und behaupten sogar noch, er stecke mit irgendwem unter einer decke?
insbesondere, da Sie sich hier doch über die dbb tarifunion aufregen müßten, die wiederum mit ver.di absolut nichts zu tun hat (link).
nebenbei: so ganz unbegründet ist der streik gar nicht, und, wie wir alle wissen: wenn im öffentlichen dienst gestreikt wird, dann trifft das i.d.r. immer den bürger. und da ich ein wenig weiß, was hinter den kulissen so abläuft: glauben Sie es mir oder nicht, arbeitgeber sind nicht blöd, sie wissen durchaus oder versuchen zumindest, gewisse situationen für sich zu nutzen. wenn es danach ginge, gäbe es nie einen "richtigen" zeitpunkt für einen streik. zum anderen wird in den medien auch weitestgehend vorenthalten, daß dieser warnstreik keineswegs so geführt werden soll(t)e, daß die daraus resultierenden belastungen für die Berliner nun unzumutbar wären - wurde sogar so angekündigt. und man hat sich sogar daran gehalten. aber zur zeit kommt es (nicht nur in den medien) eh gut, wenn bzgl. personennahverkehr immer alles schon so dargestellt wird, als stünden wir alle kurz vor vorsintflutlichen undenkbarkeiten und müßten alle bald zu fuß gehen...
Gesendet von 1704 am 09.02.2010 23:51 #
@Tosk
Bsirske und seine Mitbonzen von Verdi haben sich selbst 8,5% Zuschläge gegönnt.
Den Normalos bietet man nach Forderung von 5% ganze 1,5% an!
Andere gegen ihre Arbeitgeber aufhetzen und selber soweit von der Moral entfernt, wie die Linke von einer demokratischen Partei.
Gewerkschaft, ja!...aber so ein verlogener Haufen?
Gesendet von Büffel am 10.02.2010 13:50 #
@ Büffel (10.02.2010 13:50)
haben Sie das mit den 8,5 % zuschläge für "Bsirske und seine Mitbonzen" beim morgendlichen kaffeesatzlesen gefunden oder haben Sie dafür auch eine seriöse quelle?
Gesendet von 1704 am 10.02.2010 20:57 #
Entschuldigung, muss statt 8,5%, 8,6% heißen!
(Erhöhung, die sich die Verdi Bonzen rückwirkend bis 2008 genehmigt haben)
Gesendet von Büffel am 11.02.2010 03:01 #
@ Büffel 11.02.2010 03:01
interessante Behauptung, wann hat denn der Gewerkschaftsrat bzw. der Bundesvorstand dieser Gehaltserhöhung zugestimmt? Wurde nicht vielmehr beschlossen, aufgrund der Mitgliederaustritte drastisch Einsparmaßnahmen vorzunehmen, vor allen Dingen im personellen Bereich? Nennen Sie doch mal Ihre Quelle , woher Sie diese Zahlen haben. Ausserdem verwechseln Sie hier Äpfel mit Birnen.
Und das mit dem gegen Arbeitgeber aufhetzen entbehrt wohl jeglicher Grundlage, die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in Berlin haben 7 Jahre Gehaltseinbußen von 8, 10 und 12 % hinnehmen müssen,bei massivem Personalabbau, ganz zu schweigen von den Beamten, die seit dieser Zeit von Besoldungserhöhungen nur träumen können. Mittlerweile hat sich eine Spanne von bis zu 20% bei den Arbeitnehmern und Beamten zu den Einkünften der öffentlich Bediensteten im übrigen Bundesgebiet aufgebaut, und da reden Sie von "Aufhetzen"? Es ist mehr als gerecht, dass die öffentlich Bediensteten wieder adäquat bezahlt werden und nicht den Anschluss verlieren!
Gesendet von Amantine am 11.02.2010 12:11 #
@ Büffel (11.02.2010 03:01)
ich fragte nach einer seriösen quelle - woher haben sie denn ihre zahlen?
Gesendet von 1704 am 11.02.2010 21:37 #
@Amantine
Quelle: Report München, 8.2.2010, ARD
Bericht ist im Internet nachzuvollziehen unter: Report München, Wie Verdi mit der eigenen Belegschaft umspringt.
P.S.- Ich bin auch für gerechte Bezahlung. Wehre mich aber gegen diese "Klassenkämpfer- Mentalität" bei Verdi, wenn es darum geht Arbeitgeber in die Mangel zu nehmen, im eigenen Haus aber den Feudalismus wieder einführen zu wollen!!
Gesendet von Büffel am 12.02.2010 17:55 #
@ Büffel (12.02.2010 17:55)
dieser bericht von Report München, vom 08.02.2010, ist Ihre quelle für Ihre behauptung, "Bsirske und seine Mitbonzen von Verdi haben sich selbst 8,5% Zuschläge gegönnt"? ja, ernsthaft? da muß ich aber herzlichst lachen!
waren Sie nicht derjenige, der immer so stolz darauf war, so etwas wie eine eigene meinung zu haben? Sie lassen sich hier nach strich und faden hinters licht führen...
"Den Normalos bietet man nach Forderung von 5% ganze 1,5% an! Andere gegen ihre Arbeitgeber aufhetzen und selber soweit von der Moral entfernt, wie die Linke von einer demokratischen Partei."
vergleichen Sie einmal die einkommen der beschäftigten bei ver.di mit denen der arbeitnehmer im öffentlichen dienst, vielleicht geht Ihnen dann ja ein licht auf, wem Sie hier auf den propagandistischen leim gehen...
damit Sie nicht auf den falschen dampfer kommen: bei ver.di ist sicher nicht alles zum besten bestellt, aber dazu gehört nicht der unsinn, den Sie hier verbreiten...
Gesendet von 1704 am 12.02.2010 22:41 #
So sind die Linken! Wenn ihnen was nicht ihn den Kram passt, dann ist das Propaganda oder, Hetze oder die Quelle ist nicht vertrauenswürdig!
Meine Aussagen werden durch den Bericht belegt und von der Dame aus der Führungsetage bestätigt.
Aber linken sie sich nur weiter ihre Welt zuecht.
Sie haben sich mit ihrer Ignoranz der Realität und das werfen mit Dreck selbst disqualifiziert!
Hauptsache sie geben etwas von sich, egal wie sinnfrei aber immer intellektuell verbrämt.
Ich habe es geraume Zeit geschafft, ihre mitunter intelligenten aber meist doch von Arroganz und Hochmut triefenden Artikel zu ignorieren. Werde es weiter tun und hoffe von ihnen Dasselbe, mir gegenüber.
Tun sie sich und mir den Gefallen und die Welt ist i.O..
Gesendet von Büffel am 13.02.2010 15:07 #
@Graumann
Ihre Behauptungen sind falsch. Die dbb tarifunion ist genauso Verhandlungspartner wie die "Sekte" ver.di. Die dbb tarifunion verhandelt für die Gewerkschaft GDL und gkl berlin den TV-N Berlin.
@1704
dann sagen Sie sicher auch, das es nicht stimmt, das ver.di alleine 660000 Mitglieder benötigt, um seine eigenen Mitarbeiter zu bezahlen. Auch muß ich Büffel Recht geben.
Das sich ver.di von dem Streik der anderen distanziert zeigt den Charakter dieser Spezies. Heute bringt man die Bevölkerung ins Spiel und sagt, das dieser Warnstreik ene Profilierung auf dem Rücken der Fahrgäste sei. Was war denn das vor 2 Jahren. Da hat man 2 Wochen die Busse und banen stehen gelassen und hat sich einen Dreck darum gekümmert. Dieser verlogene Haufen. Ausserdem hat man allen anders- und Nichtorganisierten den Streik aufgezwungen indem man die Tore verschlossen hat und keinen weder rein- noch rausgelassen hat. Dies haben die GDL und gkl nicht gemacht.
Die bei ver.di organisierten Mitglieder sollten mal aufwachen. Man ändert die Arbeitskampfrichtlienien, ohne die Mitglieder zu informieren. Oder weiss jemand, das wenn er Streikgeld nimmt, das er nun 18 Monate gezwungen ist dort Mitglied zubleiben. Das heisst, da 2011 der Mantel des TV-N fällig wird, muß man sogar noch weitere 18 Monate drinne bleiben. Das wird alles unterm Tisch verhandelt und die Mitglieder sind die Opfer. Jetzt wird behauptet, das es am 18. ein Verhandlungsergebnis geben könnte. mal sehen wie wir Kleinen jetzt wieder über den Leisten gezogen werden.
Gesendet von chicken am 13.02.2010 20:08 #
@ Büffel (13.02.2010 15:07)
Sie wissen doch gar nicht, wie die linken sind, weil sie, um das zu wissen, ja erst einmal Ihre ideologische brille absetzen müßten...
der bericht von Report München erzählt etwas von einigen "leitenden Angestellten", Sie schlauberger, und fragen Sie sich einmal, warum keine namen genannt werden. wäre es so wie Sie sich das da zusammenfabuliert haben, wären gerade die namen, auf die Sie so scharf sind, auch genannt worden!
der rest Ihres kommentars ist dann schon wieder das lamento einer beleidigten leberwurst...
Gesendet von 1704 am 14.02.2010 00:42 #
@ chicken (13.02.2010 20:08)
was wollen Sie mir denn mit dieser mitgleiderzahl nahe legen (660.000) - ver.di hat 2.138.200 mitglieder. können Sie der pressemitteilung von ver.di vom 12.01.2010 entnehmen. worin Sie @Büffel recht geben, weiß ich nicht, kann mir aber auch egal sein. geben Sie ihm recht, wenn Sie meinen, daß er recht hat...
ich gehe einmal davon aus, daß Sie von arbeitskämpfen oder tarifauseinandersetzungen wenig wissen. Sie schreiben z.b. "Dies haben die GDL und gkl nicht gemacht." natürlich haben Sie es nicht gemacht, weil sie dafür schlichtweg zu klein sind. zum anderen sollten Sie sich einmal von dem gedanken verabschieden, alle gewerkschaften in den gleichen topf zu werfen. ver.di vertritt die interessen der ver.di-mitglieder, die dbb tarifunion oder die GDL etc. andere. da sind die interessen keineswegs immer deckungsgleich. am beispiel der transnet könnte man Ihnen auch aufzeigen, warum es manchmal gewerkschaftlich sogar geboten ist, sich von anderen gewerkschaften zu distanzieren. ich will hier auch gar nicht aus dem nähkästchen plaudern, aber es gibt durchaus gute gründe, warum sich hier ver.di so verhalten hat wie geschehen - sprechen Sie doch mit den ver.di-leuten, die müßten es Ihnen eigentlich erklären können...
der letzte absatz Ihres kommentars zeigt deutlich, daß Sie von gewerkschaften nicht viel wissen. der grund für diese regelung besteht ganz simpel darin, daß es sich manche arbeitnehmer zur übung gemacht haben, zeiten von tarifverhandlungen, zu denen dann evtl. auch zum mittel des (warn)streiks gegriffen wird, als trittbrettfahrer zu überstehen, indem man dann mal eben in die gewerkschaft eintritt, um bei tarifabschluß dann sogleich auch wieder auszutreten. solidarität sieht anders aus, aber das muß man mittlerweile in diesem lande leider wieder mühsam buchstabieren...
ich weiß nicht, was oder wen Sie mit "wir Kleinen" meinen, aber Sie können jederzeit bei ver.di eintreten und sich dort für Ihre interessen einsetzen. Sie können das natürlich auch seinlassen, ich weiß nicht, wer Ihre interessen wirkungsvoll vertreten kann, weil ich nicht weiß, welche interessen Sie überhaupt haben...
Gesendet von 1704 am 14.02.2010 01:08 #
@chicken 13.02.2010 20:0
Nun mal langsam, hier wird so einiges durcheinander gebracht. Verdi, GEW und GdP verhandeln die Tarifverträge für die Landes-und Kommunenbeschäftigten. BVG und BSR sind aufgrund ihrer Überleitung in Landesbetriebe abgekoppelt und handeln eigenständig ihre Tarifverträge aus. Da die Tarifverhandlungen sich etwas bewegt haben, hielt verdi es nicht für sinnvoll, auf Kosten der Fahrgäste den Warnstreik der GDL und gkl zu unterstützen. Ausserdem ist ver.di ständig im Dialog mit der Basis, wie auch jetzt nach dem Angebot des Senats eine Mitgliederbefragung mit den anderen Tarifpartner GEW und GdP durchgeführt wird. Zu dem Streikgeld wäre zu sagen, dass man nach 3monatiger Kündigungsfrist austreten kann, bitte keine falsche Behauptungen sondern mal die Satzung lesen.
Ausserdem ist es nun endlich erreicht worden, dass die Ostbeschäftigten genau dieselben Bedingungen haben wie die Westbeschäftigten, nämlich die gleiche Arbeitszeit und nach 15jähriger Zugehörigkeit den Kündigungsschutz. Die Zusage, dass Berlin wieder in die Tarifgemeinschaft der Länder zurück kehren will, ist sehr positiv zu werten, was das aber mit einer 18monatigen Gewerkschaftszugehörigkeit zutun hat, ist wohl an den Haaren herbei gezogen.
Ich bin übrigens eine Verfechterin des Gedankens, dass nur Gewerkschaftsmitglieder an den Tarifabschlüssen partizipieren, damit das unsägliche Rumgenöhle aufhört und die Nichtorganisierten sich mal selber um ihre Verträge kümmern sollen!
Gesendet von Amantine am 14.02.2010 10:07 #
@amantine
Ausserdem ist es nun endlich erreicht worden, dass die Ostbeschäftigten genau dieselben Bedingungen haben wie die Westbeschäftigten...
Stimmt.
Die Verostung des Westens ist bald vollendet.
Als Erfolg zu verkaufen, dass die Westler jetzt mehr arbeiten müssen, dazu muss man schon Funktionär ein.
Ich bin übrigens eine Verfechterin des Gedankens, dass nur Gewerkschaftsmitglieder an den Tarifabschlüssen partizipieren...
...am besten in einer Einheitsgewerkschaft?
Gesendet von Hernando am 14.02.2010 15:24 #
"Die Verostung des Westens ist bald vollendet."
Danke.
ymmd
Gesendet von nana am 14.02.2010 17:31 #
@HV
Aua, echt.
Sie würden die Uhr sooo gern zurückdrehen, was?
Gesendet von karla am 14.02.2010 18:20 #
Hernando 14.02.2010 15:24
Starker Tobak, den Sie hier von sich geben, schon mal was von Solidarität gehört? Oder solidarischem Handeln? Nach nunmehr über 20 Jahren Wiedervereinigung erscheinen mit Ihre Statements wie aus der Klamottenkiste des kalten Krieges, aber ich kann Ihnen versichern, der ist schon lange vorbei!!
Ich als "Westgewerkschafterin" fand es schon immer äusserst sozial ungerecht, dass die "Ostkolleg/innen" bei gleicher Leistung unterschiedlich entlohnt wurden....und NEIN, es geht hier nicht um Einheitsgewerkschaft, da sind die Branchen zu unterschiedlich, aber Sie versuchen hier immer wieder, Provokationen ohne Sinn loszulassen, kommen Sie mal aus Ihrer Dunkelkammer der Geschichte und lassen Sie mal etwas Licht in die Synapsen, soll bei der Vitamin D Produktion helfen und das gemüt erhellen, vielleicht gehts dann besser :o)
Gesendet von Amantine am 14.02.2010 18:36 #
@Hernando
Es gab Zeiten hier im Blog, da konnte ich Ihre Meinung, auch wenn ich sie nicht teilte, akzeptieren. Seit einiger Zeit frage ich mich, was ist aus diesem Hernando geworden. Ob hier im Blog oder im HSB, Sie schreiben nur noch Amok. Mit Ihrem Kommentar vom 14.02.2010 15:24 haben Sie sich allerdings nochmals selbst übertroffen. Schade.
Gesendet von herbi am 14.02.2010 18:53 #
@herbie
Die Aufregung um diesen Beitrag kann ich nicht verstehen.
Schon gar nicht Ihren Amok-Vorwurf.
Vielleicht ein Missverständnis?
Ich wollte nur auf das aufmerksam machen:
Die Forderung nach Angleichung der Verhältnisse zwischen Ost und West bedeutete immer: Anheben der Ost-Löhne/Gehälter auf das höhere West-Niveau und Absenkung der höheren Ost-Arbeitszeit auf das West-Niveau.
Nun werden die West-Kollegen schlechter gestellt, um diese Angleichung zu erreichen.
Sowas nenne ich Etikettenschwindel.
Solidarität beinhaltet für mich Freiwilligkeit. Und nicht Scheinkämpfe und Gekunkel zwischen Rot-Rot und ver.di
Warten wir mal ab, wie sich die Basis dazu stellt.
Gesendet von Hernando am 14.02.2010 20:34 #
Man möge mir verzeihen, wenn ich hier die Frage stelle, wurden nicht die Gehälter der Ostangestellten unter Diepgen den Westgehältern angeglichen? Die Arbeitszeiten mögen anders gewesen sein, aber die Gehälter?
Außerdem kursierte dort für kurze Zeit auch die Ansicht, daß nur Gewerkschaftsmitglieder von Gehaltserhöhungen profitieren sollten. Vielleicht gibt es hier kompetente Leute, die das wissen.
Gesendet von Helen am 14.02.2010 22:23 #
Dass sich Berlins öffentliche Arbeitgeber und Gewerkschaft "geeinigt" haben und die Einigung von deren Mitgliedern erst noch abgenickt werden muss, dass die Einigung allenfalls ein äußerst fauler Kompromiss ist, mit all dem jahrelangem Lohnverzicht, der bis 2017 noch anhalten soll; darüber spricht hier keiner.
@1704 dass sie hier wieder mal der Prediger im Blog sind ist nichts neues, nur brauchen sie hier nicht versuchen die Blogger zu bekehren. Ich kenne nur einen, der es geschafft hat über wasser zu laufen.
Gesendet von Mit-leser am 15.02.2010 00:45 #
Nein Helen, die Beschäftigten in den Ostbezirken werden nach BAT-Ost bezahlt bei einer Arbeitszeit von 40 Stunden. Liegt aber ein Behörde im Westteil der Stadt, wird der "Ostbeschäftigte" nach BAT-West bezahlt, arbeitet er 38,5 Std.bei vollem Lohnausgleich, wahrscheinlich meinen Sie das?
Nun ist das Angebot, dass alle Beschäftigten bei gleichen Bezügen 39 Stunden arbeiten sollen, d.h. 1/2 Stunde mehr für "Westbeschäftigte" . Ich denke, dass die "Westbeschäftigten" sich damit arrangieren können.
Die Forderung nach Übernahme von Tarifabschlüssen nur für Gewerkschaftsmitglieder gibt es schon lange und wäre sogar mit dem Grundgesetz konform. Allerdings wurde davon abgesehen, um den sozialen Frieden nicht zu gefährden. Allerdings klafft schon jetzt eine Lücke zur Besoldung der Beamten, gerade die kleinen und mittleren Laufbahnen haben ebenfalls Verzicht in den letzten Jahren üben müssen, der Abstand zur Bundesbesoldung wird immer grösser und viele wandern ins Umland ab. Ein weites Feld und hier nicht alles zu thematisieren, würde Seiten füllen :o)
Gesendet von Amantine am 15.02.2010 07:59 #
Ich frage mich oft, was dieses Affentheater zwischen Arbeigeber und Gewerkschaften soll, dieses monate-, wochenlange, Nächte durch "Ringen" miteinander und dazu dann noch die Drohgebärden mit "Streik" einerseits, Personaleinsparungen andererseits.
Im Grunde genommen ist es doch immer das Gleiche: Die Gewerkschaften fordern ziemlich viel, der Arbeitgeber bietet so gut wie nichts. Dann wird "gerungen" und man trifft sich in der Mitte. Beide Seiten feiern anschließend ihren Sieg.
Das Ganze könnte doch mit sehr viel weniger Zeitaufwand und ohne den Leuten etwas vorzuspielen beim Nachmittagskaffe von ein, zwei Vertretern beider Seiten besprochen werden.
Die Führungskräfte hätten ihre Nachtruhe und könnten sich morgens mit frischer Kraft um die richtigen wirtschaftlichen Probleme kümmern.
Gesendet von ulla am 15.02.2010 11:31 #
@ Amantine
Ich habe bis 2000 beim Senat im Osten gearbeitet und war der Meinung, daß die Bezahlung gleich war.
Gesendet von Helen am 15.02.2010 12:30 #
@ ulla
Das sind wahrscheinlich so verschüttete Männchen-Rituale. Früher haben die Jungs sich Steine vor den Kopf gehauen (oder so) und nun also das...
(Ja, da sitzen auch Frauen mit an den Tischen. Klar.)
Gesendet von nana am 15.02.2010 12:36 #
@nana
:-))
Gesendet von ulla am 15.02.2010 13:28 #
@ nana (15.02.2010 12:36)
es sind keine "männchen-rituale", obwohl solche auch durchaus eine rolle spielen. ich bin mir relativ sicher, daß auch, wenn insgesamt nur frauen wirtschaftliche verantwortung auf der einen oder anderen seite tragen würden, es nicht weentlich anders laufen würde. es geht hier nämlich um unterschiedlich ausgerichtete interessen. ist ganz einfach: im kapitalismus ist es nicht üblich, daß ein arbeitgeber von sich aus auf seine mitarbeiter zugeht und verkündet: weil ihr alle so toll gearbeitet habt, werde ich Euch von nun an 2% oder 10% oder 100% mehr an lohn/gehalt zahlen. nein, daß eine erhöhung der löhne/gehälter oder andere arbeitszeitregelungen oder andere schichtmodelle oder arbeitsbedingungen etc. immer mal wieder verbessert werden sollten, ist etwas, woran arbeitgeber grundsätzlich erinnert werden müssen. diesen part übernimmt i.d.r. die gewerkschaft. arbeitgeber stehen habituell sowieso immer kurz vor der insolvenz oder es muß irgendeine durststrecke durchschritten werden oder die wirtschsftslage läßt gerade im moment dieses und jenes nicht zu oder es stehen investitionen an, die jetzt und sowieso keinerlei spielräume für anderes zulassen. ergo wird das angebot der gewerkschaften i.d.r. immer weit unterboten. schließlich will der arbeitgeber ja auch hier und da seinen guten willen zeigen, weswegen er meistens nicht gar nichts anbietet.
zum anderen wird z.b. übersehen, daß es in den tarifverhandungen der letzten jahre hauptsächlich gar nicht mehr um lohn-/gehältserhöhungen geht, sondern um das, was mit den netten wörtchen der "sicherung von arbeitsplätzen", "erhalt von arbeitsplätzen" oder "arbeitsplatzabbau" benannt wird. dazu haben beide seiten naturgemäß sehr unterschiedliche ansichten.
das andere ist: tarifverträge sind zeitlich befristet, d.h. nach ablauf muß neu verhandelt werden oder aber es tritt ein vertragloser zustand ein. was i.d.r. weder für arbeitgeber noch für die arbeitnehmer ein günstiger zustand ist.
das wesen von verhandlungsergebnissen ist i.d.r. immer ein kompromiß, d.h. derjenige, der wenig geben möchte, wird mehr geben müssen, derjenige, der "mehr" haben möchte, wird weniger als gefordert bekommen, damit überhaupt ein kompromiß zustande kommt.
das andere: viele tarifverhandlungen umfassen arbeitnehmer nicht nur eines einzelnen betriebes, sondern vieler, mit jeweils unterschiedlichen interessen, die jeweils von den verhandlungsführern zu berücksichtigen sind. das macht es oft zusätzlich schwer, sich mal eben auf irgendeine zahl oder irgendeine veränderung zu einigen.
es ist schon eine merkwürdige vorsellung (z.b. von @ulla), wenn gemeint wird, das könnte doch bei einem "Nachmittagskaffe von ein, zwei Vertretern beider Seiten" mal eben vereinbart werden. erstens wäre das wenig transparent, zweitens verstößt es gegen die demokratische verfaßtheit der gewerkschaften, und ob die arbeitgeber dann so glücklich darüber sind, daß irgendwelche vertreter da bindende zusagen machen.
und nach einem verhandlungsergebnis steht das auch nicht schon verbindlich fest, sondern muß von den mitgliedern (der jeweils anderen seite) auch bestätigt und angenommen werden.
und wenn keine einigung erzielt werden kann, kommt es halt zur schlichtung, und wenn dann auch noch keine einigung möglich ist, dann kommt es zu arbeitskämpfen, weil keine seite i.d.r. bereit ist, die forderung der jeweils anderen seite zu akzeptieren. auch nicht auf den dann dargelegten kompromißlinien.
weil sich das als erfahrung schon sehr lange so darstellt, hat auch der gesetzgeber da ein paar fragen rechtlich geklärt und verbindlich vorgeschrieben. auch von daher ist es nur schwer möglich, mal eben kompromisse bei einem nachmittagskaffee auszuhandeln.
abgesehen davon könnte es gut sein, daß solche "nachmittagskaffeetreffen" sich nicht mit dem demokratischen verständnis dieser gesellschaft vereinbaren lassen.
wenn also geschrieben wird: "Die Führungskräfte hätten ihre Nachtruhe und könnten sich morgens mit frischer Kraft um die richtigen wirtschaftlichen Probleme kümmern." (@ulla, 15.02.2010 11:31), ist das eine sehr naive einsicht in die notwendigkeit von für beide seiten funktionierende tarifverträge und der rolle von tarifverhandlungen.
Gesendet von 1704 am 15.02.2010 13:42 #