16.11.2009 20:34 | von Redaktion
Sicherheit bei der S-Bahn
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Allgemeines
Schon vor Jahren warf das S-Bahn-Chaos seine Schatten voraus. Beispiel: 2006. Im Bahnhof Südkreuz fährt eine S-Bahn auf einen Werkstattzug auf. 180 Menschen werden durch die Waggons geschleudert. Was damals nicht bekannt wird: Wartungsprobleme sind eine Ursache des Unfalls, der 35 Verletzte fordert. Denn ein wichtiger Betriebsstoff fehlte: Sand. Bei jeder Wartung werden die Sandbehälter an den Waggons aufgefüllt. Bei Notbremsungen wird der Sand auf die Schienen geblasen, damit die Räder besser greifen. Wie wichtig der Sand für das Bremsen ist, wusste das S-Bahn-Management spätestens seit 2004, so belegt ein internes Memo, das dem RBB vorliegt.
Früher wurde alle 7 Tage Sand nachgefüllt. Doch dann ließ das S-Bahn-Management die Wartungsintervalle strecken - über die kritischen 16 Tage hinaus. Offenbar eine Sparpolitik mit Folgen: Denn mehrere Waggons des Unglückzugs vom Südkreuz waren seit 21 Tagen auf der Schiene. Ohne Wartung, zuletzt ohne Sand. Doch nicht nur Wartungsfehler begünstigten den Unfall, sondern auch eine fragwürdige Konstruktion der Bremsanlage. Testzüge brauchten bei Tempo 100 statt des maximalen Bremswegs von 400 Metern bis zu 728 Meter. Davon ist eine ganze Baureihe - der Großteil der Berliner Flotte - betroffen. Seit dem Südkreuz-Unfall gilt deshalb ein Tempolimit von 80 Stundenkilometern. Der Hersteller bestreitet Konstruktionsmängel und Unregelmäßigkeiten bei der Zulassung. Doch ob die Zulassung der Baureihe Ende der 90iger Jahre rechtens war - darauf konzentriert derweil der Bahnkonzern interne Untersuchungen.

