20.06.2010 19:17 | von Redaktion | 10 Kommentare
Mehr Berliner aufs Rad, mehr Räder auf die Straße
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Allgemeines
Die Radfahrer in Berlin werden immer mehr. In der Innenstadt werden fast ein Viertel aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt. Doch bislang sind Radfahrer nicht überall erwünscht, immer wieder kommt es zu ganz engen Situationen zwischen Radlern und Autos. Besonders beim Rechtsabbiegen übersehen Autofahrer häufig die Zweiräder, mehrfach ist es in Berlin dabei zu tödlichen Unfällen.
Um solche Situationen zu vermeiden, will der oberste Radverkehrsstratege der Stadt Heribert Guggenthaler, dass die Radfahrer sichtbarer werden. Deswegen sollen mehr Radler auf die Straße kommen. Wie schon Unter den Linden, wo die Busspur genutzt werden kann. Gut für die ganzen Touristen, die inzwischen in Scharen die Stadt auf zwei Rädern erkunden. Anderes Beispiel ist die Reichsstraße im Westend, wo der Autoverkehr wegen des Radfahrstreifens nur einspurig fließt. Von Radfahrstreifen auf der Fahrbahn soll es bis 2011 30 Kilometer mehr geben, auch auf der Karl-Marx-Straße in Neukölln, wo es oft eng wird.
Weitere Alternativen sind Fahrradstraßen wie die Linienstraße in Mitte. Hier haben die Radler Vorfahrt. Überhaupt ist es eine gute Möglichkeit, um sicherer mit dem Rad zu fahren, in die Nebenstraßen auszuweichen. Deswegen ist auch eine bessere Ausschilderung der Radwege geplant. Damit mehr Menschen aufs Rad steigen und abseits der Hauptverkehrsstraßen gut und sicher vorankommen.
verkehr fahrrad auto


Ich fahre ein Liegetrike. Fahrradwege sind meist dafür zu schmal, also dann auf die Fahrbahn.
Ob das sicherer ist als der Radweg muss sich noch rausstellen. Man kann als Radfahrer aber auch auf sein Vorrecht verzichten und das Kfz vorlassen.
Es braucht sich auch kein Radfahrer über Kfz-Fahrer beschweren, viele Radfahrer haben bekanntermassen auch nicht die Rücksicht auf ihrem Rad.
Gesendet von rg am 21.06.2010 07:51 #
Der Verkehr auf der Reichsstr. fließt nicht sondern steht, dafür befahren allerdings die meisten Radler den Bürgersteig. Diesen Unsinn hat die zuständige Verwaltung verzapft, mit der Begründung, das es 2008 2 tötliche Unfälle gab, der Beschluß ist jedoch aus dem Jahre 2005. Also wurde verdammt viel Geld in den Sand gesetzt, der Stau in der Reichsstr. ist schlimm, die Radfahrer fahren weiterhin, auf dem Bürgerstein und bei Rot an der Ampel einfach weiter. Und so soll bald ganz Berlin aussehen. Da hätten sie die Damen und Herren, die dies befürworten allerdings etwas sinnvolleres ausdenken, denn als Radfahren ist man auf den bemalten Streifen auch nicht sicherer. Hier wird eine Ideologie verfolgt, die dem Autofahrer immer mehr Zeit kostet und Nerven
Gesendet von ach-was am 21.06.2010 20:20 #
Ich oute mich mal, hier als Radfahrer der acht Jahre aus privaten Gründen nicht aufs Rad gesessen hat, diese Jahr wieder anfängt.
In acht Jahren hat sich (nicht nur) diese Stadt verändert.
Acht Jahre sind doch eine lange Zeit.
Vieles hat sich seitdem in dieser Stadt verändert.
Damals gab es noch nicht den Hauptbahnhof. Bestenfalls waren die tiefen Gruben erkennbar, wo damals das ehemalige Paketamt 77 Lehrter Bahnhof stand.
Ebenfalls fehlten die Wege am Bundeskanzleramt und gegenüber.
Ich wohne in einem Einzugsgebiet wo der Tiergarten genauso weit entfernt liegt, wie in etwa der Grunewald.
Viel neues Terrain ist für Fahrradfahrer neu erschlossen worden.
Gleichzeitig wurde aber das alte Terrain seit Jahren nicht gepflegt.
Alte Radwege z.B. Steglitz/Lichterfelde dümpeln schon damals bis heute vor sich hin. Ausbesserungen kann man sagen sind gleich Null Prozent.
Sind Radfahrer heute anders als damals?
Zumindest meinen sie dass der Bürgersteig rechtlich die normale Fahrbahnfurt für sie ist.
Rote Ampeln existieren heute wie damals für einige nicht.
Positiv für die, die sich an die STVO halten und sich wie die Dödel bei Rot anstellen.
Auffällig wie Autofahrer mit ihrem geliebten Handy freizügig telefonieren während der Fahrt. Damals gab es auch schon diese Teile, aber die "Freiheit" ist heute eine andere.
Einhändig telefonierende Radfahrer nehmen sich auch nicht viel besser in dieser nervenden Situation.
Der Radfahrer ist neben dem Fußgänger immer das schwächste Glied in der Kette. Leider denken viele Radfahrer sie können sich so ziemlich alles erlauben und unterschätzen die "gepanzerte" Version eines PKW und die Null-Chance gegen einen LKW.
Eine weitere Rotphase gegen einen abbiegenden LKW kann Leben retten. Was sind 5Minuten warten obwohl die Grün-Phase angezeigt wird, gegen (s)ein ganzes Leben.
Mein Fahrradhelm trägt das Datum '98.
Heute am Kaiserdamm mir einen neuen Helm gekauft.
Nebenbei dort gesehen Frank Zander, der wohl auch schon einige Zeit nicht auf'm Rad war.
Ich kann nur Jedem empfehlen: Leute kauft euch Helme für's Bike. Knochenbrüche verheilen. Ein Gehirn kann man nicht mehr reparieren , ist auf Lebenszeit geschädigt.
Mehr Radler auf die Straße; bedeutet letztendlich auch Einsparung der Kosten, kein Ausbau der Radwege auf dem Bürgersteig.
Gefährdung besteht durch Autofahrer die ihre Tür öffnen.
Durch Radfahrer die unsicher sind, die Kreuzungen bewältigen müssen, wenn sie Links abbiegen.
Dass die Reichsstr. teilweise (jetzt) einspurig befahren wird, liegt allerdings eher daran dass es dort auch schon Verkehrstote gegeben hat und relativ schnell reagiert wurde.
Andere Bezirke haben nicht solch "Lobby" Anwohner Klientel.
Man darf den Senat an seinen durchaus großen Worten messen, wie hoch die Latte gesteckt wird.
Gesendet von Trekking Biker am 21.06.2010 23:38 #
Aus meiner Sicht hat man seinerseit leider zugelassen, dass Fahrräder (MTB) ohne Beleuchtung durch die Firmen angeboten und verkauft werden.
Dazu kommt dann noch, dass die politischen/juristischen Entscheidungen dazu führten, Verstöße der Fahrradfahrer zu dulden bzw Ahndungen als Unverhältnismäßig zu betrachten.
Inzwischen ist die gesamte Karre im Dreck und niemand wird sie rausholen.
Natürlich haben auch die Autofahrer dabei ein Paket zu tragen, denn egoistisches Fahrverhalten ist für dass Allgemeinwohl nicht förderlich.
Gesendet von rg am 22.06.2010 07:35 #
Ich möchte nicht wissen, was passiert, wenn ein Radfahrer, der sich auf dem Bürgersteig rechtwidrig bewegt, ein Kind, das aus einen Haus stürmt umfährt. Wie werden dann die Verwaltungen und Behörden reagieren. Die Radfahren sollten einmal daran denken, denn auch weibliche Personen mit Kindsitz am Heck benutzen den Brügersteig.
Gesendet von agrocula am 22.06.2010 17:35 #
@Trekking Biker meinte am 21.06.2010 23:38
„Ein Gehirn kann man nicht mehr reparieren, ist auf Lebenszeit geschädigt“.
Der war echt gut. Und dafür muss so mancher noch nicht einmal vom Rad fallen.
Ich hatte es an anderer Stelle schon kommentiert, Radfahrer gehören nicht auf den Gehweg. Mittlerweile muss man als Fußgänger fast mehr darauf achten nicht am Gehweg von einem rücksichtslosen Fahrradfahrer umgefahren zu werden, als am Zebrastreifen. Aber da spielen sich auch wilde Szenen ab, am Zebrastreifen. Da könnte die Polizei richtig abkassieren und vier Punkte gibt’s noch oben drauf.
Es wäre alles ganz einfach, gegenseitige Rücksichtnahme ist das Zauberwort. Leider ist dies völlig in Vergessenheit geraden.
Gesendet von herbi am 22.06.2010 19:13 #
Wer fordert mehr Berliner mit dem Rad auf die Straße, der nimmt auch mehr tote Berliner in Kauf. Wieviel Leid muss noch passieren, bis man begreift, dass ein Fahradfahrer bei einem Unfall mit PKW oder LKW nicht gewinnen kann.
Deshalb unterstütze ich alle Fahradfahrer, die rücksichtsvoll nur den Bürgersteig benutzen. Dazu gehört auch die Benutzung der Fahradklingel, wenn ein Fußgänger überholt wird.
Gesendet von Laube am 24.06.2010 09:05 #
@ Laube
Was ist eine Fahrradklingel? An vielen Fahrrädern ist so ein Ding garnicht vorhanden.
Gesendet von Helen am 24.06.2010 15:03 #
@Laube meinte am 24.06.2010 09:05
Radfahrer, die rücksichtsvoll auf dem Gehweg fahren könnten doch aus dem Märchen stammen, m.M.n. gibt es sie nicht. Eine Klingel ist genauso häufig zu finden, wie die Beleuchtung, nämlich selten.
Fahrradfahrer gehören auf die Fahrbahn/Radweg, und sollten auch dort Rücksicht nehmen.
Man kann auf dass Vorrecht geradeaus zu fahren bei einem Kfz auch verzichten. 2009 gab es ca. 60 Verkehrstote in Berlin, davon 9 Radfahrer.
Ob die sich alle verkehrsgerecht verhalten haben bezeifele ich.
Gesendet von rg am 24.06.2010 19:25 #
An alle, die gegen das Fahren der Fahrräder auf dem Gehweg sind:
Ich empfehle eine kleine Radtour. Vom S-Bahnhof Karlshorst zur Frankfurter Allee.
Wenn Sie den gesamten Weg auf der Straße fahren konnten ohne ein einziges Mal Angst gehabt zu haben, dann gratuliere ich vom ganzen Herzen.
Gesendet von lookielookie am 27.06.2010 09:17 #