26.12.2009 19:31 | von Redaktion | 27 Kommentare
Kältewelle fordert Opfer
in
Allgemeines
Sein Stammplatz am Bahnhof Witzleben ist leer. Ein paar Kerzen erinnern an Hubert Plüsener, der hier die letzten drei Jahre fast jeden Tag gesessen hat. Die Menschen kannten ihn und halfen ihm mit kleinen Spenden. Jetzt fehlt der bärtige Mann.
Der Obdachlose erlitt einen Herzinfarkt und fiel ins Koma, ein Mitarbeiter aus dem ServiceStore rief den Notarzt. Im Krankenhaus wurde dazu eine Lungenentzündung festgestellt, die Kältewelle der letzten Wochen hat Heiligabend ein Opfer gefordert. Hubert Plüsener wurde 62 Jahre alt.


@ 87.142.209.116 / 26.12.2009 20:54
„Weihnacht ist das Fest der selbstmitleidenden Heuchler.“
Weihnachten ist dann aber auch das Fest der Beleidiger, nicht wahr?
Anonymisierung durch eine Nummer bietet sich hierfür ja auch an.
Warum versucht man den Menschen ihr Fest zu vermiesen?
Abgesehen davon würde ein Volksentscheid darüber, Weihnachten ersatzlos abzuschaffen, wohl brutalstmöglich in die Hose gehen.
Warum also nicht sich einfach mal mit dem status quo abfinden, anstatt gegen andere zu stänkern?
„Dabei wissen wir durchaus, wie wichtig es für die Gesundheit ist, Feiertage ernst zu nehmen. Nicht nur, weil wir für Muskeln und Nerven Entspannung brauchen, sondern auch, weil Ruhezeiten unserer Zeitempfindung erst Rhythmus und Struktur geben. Ohne diesen Taktschlag der Sonn- und Feiertage wäre unser Leben ein Brei. Doch Feiertage dienen weniger der individuellen Wellness, sondern der Formung von Kollektiven.“
Burkhard Müller-Ullrich, zitiert aus:
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/1057946/
Gesendet von Nobbi am 27.12.2009 07:30 #
Wenn ich jemals in meinem Leben, insbesondere im beruflichen Teil, den Tod eines mir unbekannten Menschen an mich heran gelassen hätte, dann wäre ich wahrscheinlich in Behandlung.
Gesendet von rg am 27.12.2009 07:56 #
Und wieder werden Kerzen aufgestellt...
Niemand müsste dies tun, wenn vorher sich jemand gekümmert hätte. Aber jetzt ist es einfach zu spät!
Gesendet von lookielookie am 27.12.2009 09:14 #
@87.142.209.116!
Weihnachten ist sogesehn auch das Fest der Selbstgerechten, Sie sind da das beste Beispiel, denn Sie persönlich sind keinen Deut besser, als die verlogenen Heuchler, für die Weihnachten das Fest der Oberflächlichkeit und Selbstbeweihräucherungist!
Gesendet von Michael Klein am 27.12.2009 14:35 #
Ich weiss nicht, was der Tod von Hubert mit den Weihnachtsfest zu tun haben soll, werte @Nr. 87.142.209.116
Rein zufällig wohne ich in der Nähe vom Bahnhof Witzleben und ich kann 100 % sagen, dass Hubert zu denen gehörte , die auf der Strasse leben wollten. Hubert, hatte es sogar zu manch einen seiner anderen "Gefährten " relativ gut.
Ich habe mich oft mit Hubert unterhalten, der war bekannt wie ein bunter Hund, aber man hat ihn auch Chancen gegeben, aber er wollte das garnicht, er war auf seine Art glücklich.
Also die Satzstellung, werte Redaktion > Kältewelle der letzten Wochen fordert erstes Opfer > haut ja nun garnicht hin. Hubert hatte schon lange mit dem Herzen. Es war wohl eher eine Frage der Zeit. Er hatte seinen Schlafplatz an den grossen Parkplatz an der Avus ( der war sogar warm )
Man sollte beim RBB mit den recherschieren doch etwas genauer sein, bevor man sich dazu äussert. Denn so wie Sie es schreiben, stimmst nicht!!
Ich hoffe, dass der Beitrag Ihnen, Werte Radaktion genehm ist und durchkommt. Ich hatte heute früh schon etwas geschrieben, das man im Januar 09 einen tread hier hatte, wo es auch um dieses Thema geht und sehr viele Vorschläge und Anregungen geschrieben wurden.
Angenommen hats leider keiner.
Ich wünsche allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr.
Gesendet von Toska am 27.12.2009 15:08 #
@ 87.142.209.116
Ihr Kommentar ist scharf wie ein Hiromoto Messer
@RG
Sie sind aber nicht mehr in Ihrem BerufsLeben.
Jetzt und hier ganz privat.
@Tosca
"Er hatte seinen Schlafplatz an den grossen Parkplatz an der Avus ( der war sogar warm )"
Was wollen Sie jetzt damit andeuten?
Und dann gibt es da noch die Vielen anderen, die man tagtäglich begegnet irgendwo, von denen man keine Notiz nimmt.
Selbst wenn der rbb hier vielleicht"nicht so genau" recherchiert haben soll, ist mir dieser Beitrag noch angenehmer, als wie der jüngst der dortige Kommentar in der Spät- AS, wo man meinte dass fast jeder Berliner zu Hause an Weihnachten Gänsebraten (fr)isst und es eine logistische Höchstleistung sei drei Tage ohne shoppen aus-zukommen und zum Glück haben viele Geschäfte ja am Sonntag wieder geöffnet.
Solch Meldungen sind dann bestenfalls eine "Randerscheinung" in unserer kranken "heile Welt" Gesellschaft.
Gesendet von Rauchzart am 27.12.2009 18:07 #
@ Rauchzart meinte am 27.12.2009 18:07
Das von mir erwähnte Wort "insbesondere" gilt immer noch.
Gesendet von rg am 28.12.2009 07:34 #
Hubert war ein sehr lieber
und hat immer lieb gegrüsst und ich habe ihn och öfter gelt gegen er war sehr lieb und höflich
schade das er gegangen ist
gott sei mit ihn
Gesendet von natalie am 28.12.2009 12:39 #
@Rauchzart
Na, denn mal loslaufen und den Retter der Obdachlosen spielen.
Bei Ihren post immer die grosse Klappe haben und nüscht dahinter.
Übrigens muss ich @RG völlig Recht geben, es gibt gewisse Berufsgruppen, zu denen meine auch zählte, wo man sich schlicht und ergreifend ein dickes fell zulegen muss wenn es um Tod geht.
Und das hat auch nichts damit zu tun ob man den Beruf noch ausübt. Aber das verstehen Sie wahrscheinlich nicht.....
Hier ist ein Obdachloser gestorben hm..., und an einen anderen Ort wird ein 4 Wochen altes Baby erschlagen. was ist nun schlimmer ??
Gesendet von Toska am 28.12.2009 17:24 #
Tosca
"Aber das verstehen Sie wahrscheinlich nicht....."
Sie setzen etwas voraus was Sie nicht wissen ... können.
Es gibt genug Leute, die im Internet gerne ihr Privatleben "strippen".
Ihr letzter Satz: im Gegensatz zu Ihnen, ziehe ich mir nicht den Mantel an, das eine Leid mit dem anderen aufzuwiegen.
Sie glauben doch wohl nicht allen Ernstes was Sie da schreiben, dass dieser Mann glücklich war.
Er hat einfach nur eines Tages angefangen zu resignieren.
Aber schreiben Sie sich Ihre Beiträge ruhig schön, beruhigt das Gewissen.
Gesendet von Rauchzart am 29.12.2009 01:00 #
"was ist nun schlimmer ??"
Dickes Fell zugelegt hin oder her: Was ist das für ein Vergleich? Und ist das überhaupt vergleichbar?
Ich finde nicht, ich finde das eher einfach geschmacklos.
Der Beitrag immerhin regt zum Nachdenken an, ich habe den Mann auch regelmäßig gesehen, als ich im Epipahnienweg meine Umschulung machte.
Wäre mir überhaupt aufgefallen, dass dort niemand mehr sitzt, auf der Brücke oder den Stufen, wenn ich das nächste Mal "Witzleben" ausgestiegen wäre?
Gesendet von karla am 29.12.2009 08:04 #
seit längerer zeit hatte hubert seine bleibe im parkhäuschen am lietzenseepark. ich sprach oft mit ihm und er war mit seinem leben zufrieden . ich gab ihm unregelmäßig kleine beträge aber er bettelte mich nie an. ich verstehe die kirche am lietzensee nicht, die immer mir bettelbriefe für brot für die welt schickt aber das naheliegende übersieht. KM
Gesendet von klaus Müller am 29.12.2009 10:44 #
Das Problem ist eher ein anderes, denke ich.
Soweit ich weiß, können sich Menschen ohne festen Wohnsitz nicht krankenversichern.
Das heißt, wenn einer/eine Person wirklich medizinische Hilfe benötigt, dann wird es echt schwer.
Gesendet von lookielookie am 29.12.2009 11:18 #
ich bin öfter Witzleben ausgestiegen aber ich hab Hubert nicht gesehn oder hab ich ihn vielleicht Übersehn ? Mir tuts jedenfalls leid,das er Gestorben ist, vielleicht weil ich mal in einer Ähnlichen Lage war wie er ? Ich hab mitbekommen,das er kein Aufdringlicher Bettler war und Freundlich .
@Klaus Müller, ich kann das auch nicht Verstehn ,das die Kirche am Lietzensee für Brot für die Welt sammelt aber die Leute im Umkreis nicht sehn :-( Mir jedenfalls stehn die Tränen in den Augen , bei jedem Menschen der von uns geht
Gesendet von Micha am 29.12.2009 22:57 #
Auch wenn das in meinem ersten Beitrag von mir nicht extra angesprochen wurde: Es ist traurig.
Nicht nur wenn ein Mensch so lebt, wie ein Ausgestoßener in frühen Stammeskulturen, sondern auch, wenn er dementsprechend stirbt.
Ich frage mich aber, ob die Berliner Abendschau auch titeln würde:
"Hartz IV fordert erneut Todesopfer"
(siehe Link)
Wir werden wohl nicht in die Verlegenheit kommen, mit solch einer Themenstellung im ASB konfrontiert zu werden, weil zwar Obdachlose als neue Messiasse gefeiert werden, nicht aber Menschen, die die segensreichen Regelungen des "St. Hartzius" nicht für sich demütig annehmen können. Bestehen hier geheime NWO-Anweisungen? Nach der Melodie:
"Edel war er und wollte niemandem zu Last fallen! (Hartzies! ... Nehmt euch mal ein Beispiel)."
In Berlin wird sich aber ganz bestimmt niemand wegen Hartz-IV das Leben nehmen, und hier im Blog wird auch ganz bestimmt nie etwas von solch einem Fall zu lesen sein ... Das sagt mir mein Blick in die Glaskugel zum Jahresschluss!
Gesendet von Nobbi am 30.12.2009 10:09 #
@ Nobbi,
nur eine Frage damit ich dummer Mensch, es verstehe:
Was hat der Herzinfarkt eines 62 jährigen (egal wo er gelebt hat) mit dem Selbstmord eines H4-Empfängers zu tun? Und ich schreibe extra Selbstmord, nicht Freitod.
Selbstmörder sind meiner Meinung nach die grössten Egoisten die es gibt. Sie denken nur an sich, nicht die Bohne an andere (z.B. Lokführer, Partner, Eltern oder auch Kinder).
Gesendet von Aussteiger am 30.12.2009 12:06 #
Auch wenn einige es immer wieder versuchen: Fremdenfeindliche Kommentare schalte ich nicht frei!
Gesendet von Admin am 30.12.2009 13:06 #
Ein Thread fast wie üblich. Erst ein Hin und Hergeschiebe der Meinungen.
Dann irgendwann beginnt dass Hauen und Stechen.
Nun rutscht mal schön!!!
Gesendet von rg am 30.12.2009 13:15 #
Der Todesfall des lieben Huberts ist offenbar einem natürlichen Tod zuzuschreiben, trotzdem traurig.
Ich helfe auch gern jungen, obdachlosen Frauen, die
an den Supermärkten bettelnd stehen und zusehen, wie andere dicke Einkaufstüten wegschleppen können.
Zum Glück gibt es auch noch andere, die diesen obdachlosen Mitbürgerinnen helfen und ihnen öfters mal einen Becher heißen Kaffee bringen. Trotzdem sollte sich der Staat um die obdachlosen Frauen und Männer kümmern, denn wir zahlen ja schließlich auch dafür Steuern.
Gesendet von Laube am 30.12.2009 14:05 #
@Aussteiger / 30.12.2009 12:06
@RG (30.12.2009 13:15) hat völlig recht. Die Einladung zum „Hauen und Stechen“ sollte ich nicht annehmen. Nur so viel:
Ich sehe den Freitod, und ich schreibe ganz bewusst Freitod, z.B. des Unternehmers Merckle mit Respekt (wenn auch völlig unnötig aus meiner Sicht) und spreche nicht verächtlich davon! Bevor er sich zu diesem Schritt selbst genötigt sah, war er auch alles andere als der große Egoist, der nur an sich gedacht hat und nicht zugleich an Familie, Partner, Kinder und die vielen Beschäftigten.
Dann sollte er es mit dem Tod, oder nach dem Tod, auch nicht egoistisch genannt werden!
Sie können ihm ja Ihren Respekt ja verweigern:
Sie waren mal Unternehmer, und müssen wissen was unter Unternehmern so Brauch und Sitte ist.
Für mich übrigens erinnert das Leben des Hubert Plüsener an einen Freitod auf Raten. Wer auf seine Ansprüche gegenüber dieser Gesellschaft verzichtet, der kann dies tun, muss es aber keinesfalls!
Gesendet von Nobbi am 30.12.2009 19:29 #
30.12.2009 19:29
Klar, weil auch Versicherte niemals an einem Herzversagen sterben, nicht wahr?
*an-den-Haaren-herbei-zieh*
Gesendet von karla am 30.12.2009 21:39 #
Wieder ein Opfer der asozialen Politik in unserem Land. Wann werden die Täter (Politiker) endlich zur Verantwortung gezogen ?
Gesendet von Wolfgang am 31.12.2009 01:25 #
30.12.2009 21:39
Ich bin immer sehr interessiert, wenn Menschen berichten, die sich intensiv um Obdachlose auf der Straße kümmern.
Haben Sie z.B. schon von Tod durch Fliegenmaden gehört oder gelesen?
Hier z.B. sehr ausführlich für Sie, direkt von einem Arzt beschrieben:
http://www.archive.org/stream/verhandlungen39gesegoog/verhandlungen39gesegoog_djvu.txt
Lesen Sie runig gründlich!
Dann werden Sie nicht mehr so leichtfertig die Floskel *an-den-Haaren-herbei-zieh* bemühen.
Oder wäre Maden an den Füßen für Sie ein Thema?
Muss man Ihnen tatsächlich genauer erklären, was mit dem Tod auf Raten auf der Straße lebender Menschen gemeint sein könnte?
War da z.B. nicht auch noch etwas mit Alkohol?
Sie sollten sich eigentlich erinnern an ein Gespräch mit Joachim B. ...
Ein normal Versicherter wird auch ehr selten ärztlich bei einem Herzinfarkt versorgt, und dabei dann – ganz beiläufig versteht sich – noch eine Lungenentzündung diagnostiziert.
Gesendet von Nobbi am 31.12.2009 05:06 #
Ich sage das mal in einen Satz:
Wer in Deutschland obdachlos ist, ist zu blöd für diese Welt.
Alle anderen wollen es so.
@Nobbi/30.12.09/19:29
Sehr guter Beitrag. Stimme ich voll und ganz zu.
Gesendet von Toska am 31.12.2009 07:49 #
Wäre gut, wenn es mehr von denen geben würde, die zu blöd für diese Welt sind, am besten alle. und wenn das alle so wollten, würde sich auch etwas verändern.
Gesendet von E.M. am 31.12.2009 12:49 #
Noch schlimmer als die Blödheit der Anderen ist immer die Eigene.
Gesendet von Shadow-FSX am 02.01.2010 11:00 #
@E.M.
@Shadow-FSX.
Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen, aber diejenigen, gegen Die solche Worte gerichtet sind, werden das wohl niemals begreifen!
@Toska!
"Ich sage das mal in einem Satz:
Wer in Deutschland obdachlos ist, ist zu blöd für diese Welt!"
Als Christin Toska, die jeden Sonntag in die Kirche geht, sollten Sie sich für diese Worte in Grund und Boden schämen! Lesen Sie mal das Lukasevangelium, Kapitel 6, Vers 41 bis 42!
Gesendet von Michael Klein am 02.01.2010 16:32 #