02.04.2008 19:35 | von Sandra Hochleitner | 72 Kommentare
Erinnerung nur gegen Gebühr?
in
Allgemeines
Schon als es darum ging, die Rolle der Reichsbahn bei den Deportationen in Nazi-Konzentrationslager aufzuarbeiten, tat sich die Deutsche Bahn mehr als schwer. Eine Ausstellung, wie sie in Frankreich von Beate Klarsfeld entworfen erfolgreich von Hauptbahnhof zu Hauptbahnhof wanderte, lehnte Bahnchef Mehdorn ab. Letzten Endes kam es nach langem Hin und Her und Intervenieren des Bundesverkehrsministers Tiefensee zu einer Ausstellung in Berlin. Nicht zuletzt auch aufgrund des öffentlichen Drucks, den die Privatinitiative "Zug der Erinnerung" durch wiederholte Demonstrationen erzeugte.
Zusammen mit Beate Klarsfeld, dem Centrum Judaicum und Historikern der Deutschen Bahn wurde "Sonderzüge in den Tod" im Potsdamer Platz eröffnet und ist inzwischen als Wanderausstellung unterwegs durch die Republik. Dem Verein "Zug der Erinnerung" reicht das nicht. Allerdings am Potsdamer Platz, nicht im neuen Hauptbahnhof. Die Aufarbeitung der Unternehmensgeschichte ende am 8. Mai 1945. Alles was danach kommt, werde ausgeblendet, so der Vorwurf. Dabei hätten die Reichsbahn-Verantwortlichen der Nazi-Zeit in der jungen Bundesrepublik bruchlos ihre Karriere im Nachfolgeunternehmen Deutsche Bahn fortgesetzt.
Diesen Teil der Bahn-Geschichte will der Verein mit seinem Zug der Erinnerung aufgreifen. Aber die Bahn hat Einwände, wie Alexander Gebhard berichtet.
Schlagwörter: holocaust | deutsche bahn


Kommentare (72)
Gregor meinte am 03.04.2008 08:33 Permalink
Erinnerungen sind bei der Bahn nicht erwünscht, aber das ist nicht erst seit dem Zug der Erinnerung so.
Wir erinnern uns nur das das Zugunglück von Eschede. Kurz nach dem Unglück gab man sich betroffen. Gedenktafeln, wie z.B. auf dem Hauptbahnhof in Frankfurt (Main), wurden kurz danach wieder entfernt.
Man möchte meinen, die Bahn hat keine Vergangenheit, sondern nur eine Zukunft.
derdeutsche meinte am 03.04.2008 09:25 Permalink
da hat sich wohl jemand in der antifaschistischen bewegung in berlin beim RBB gemeldet...
Dieser "Streit" geht schon seit Jahren und ist (leider) nicht neu...
http://www.antifaschistische-nachrichten.de/2006/09/09an2006.pdf
etwa vergessen zu erwähnen?
"Im «Dritten Reich» hätte Bahn-Chef Mehdorn «mit großer Überzeugung Deportationen angeordnet», pöbelte der Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf. Diese böse Unterstellung bekommt ein Nachspiel."
http://www.netzeitung.de/vermischtes/933037.html
etwa vergessen zu erwähnen?
schade ist, dass wir nach 60 Jahren das Gedenken an die Opfer dazu benutzen Politik zu machen. schäbig. mehr nicht...
mara meinte am 03.04.2008 09:42 Permalink
Kein Land dieser Welt, das so wie Deutschland Schuld auf sich geladen hat, verhält sich so wie wir:
Russland, Stalinära, Gulags
Türkei Armenier,
Japan, Millionen zivile Chinesen + Koreaner,
USA Indianer-Genozid
Italien in Äthiopien
usw usw usw
Gregor meinte am 03.04.2008 09:53 Permalink
Wer jetzt gegen wen, aus welchem Grund "pöbelt" das möchte ich nicht beleuchten.
Mir fällt nur auf, daß die Deutsche Bahn AG äußerst abwehrend reagiert, wenn etwas nicht so ganz ins saubere Image des neuen Unternehmens paßt. Dazu gehören eben solche "Züge der Erinnerung", oder eben Bahnunglücke.
Leider wird heute mit dem Gedenken an die Opfer, nicht nur Politik gemacht. Wenn ich nur einmal durch die mittelmäßig gut sortierte Buchhandlung streife, so reift die Erkenntnis, daß es eine ganze "Erinnerungs-Industrie" (ein anderer Begriff fällt mir da im Moment nicht zu ein) gibt.
Berberisch meinte am 03.04.2008 10:07 Permalink
Die Bahn hat immer Einwände, wenn ihr etwas nicht passt.
Die Bahn als rollende Stahlkoloß hat schon immer alles nieder gewalzt was ihr als unangenehme Sache nicht passte.
Ob Schrebergärten weichen mussten, weil der ICE kam, ob Bürger kilometerweit bis zur nächsten Brücke laufen müssen oder riskieren vom Zug in der Kurve überrollt zu werden wenn man sich den Weg sparen will.
Der Bahn interessiert so etwas nicht.
Über allem thront dann der Über-alles-Vater-Mehdorn.
Das letzte übrig gebliebene Urgestein , der verlängerte Arm des Bundesverkehrsministeriums.
Der der alles und alle bisher überlebte.
Was macht dieser Mann nur falsch, dass er alles richtig macht?
Aussteiger meinte am 03.04.2008 11:08 Permalink
@ mara,
weder meine Frau, meine Kinder noch ich haben Schuld auf uns geladen.
dabolix meinte am 03.04.2008 11:23 Permalink
Keiner von meiner Familie hat Schuld was da im dritten Reich passiert ist. Deshalb möchte ich nicht ständig von irgendwelchen deutschfeindlichen Idioten angemacht werden.
Gerade Beate Klarsfeld hat es nötig , die wir noch gut in Erinnerung haben , wie sie einen deutschen Bundeskanzler geohrfeigt hat.
Gut das wir Leute haben ,wie Bahnchef Mehdorn.
Hoffentlich verliert er nicht seinen Mut.
ulla meinte am 03.04.2008 11:43 Permalink
.....schon richtig: "wir" haben keine Schuld; aber
"wir" sind Goethe, Schiller, Papst und Handballweltmeister.
Übrigens, Mara schrieb von einem "Land wie Deutschland, das Schuld auf sich geladen" hat und nicht von @Aussteiger und dabolix nebst Familien. Ein kleiner, aber feiner Unterschied!
herbi meinte am 03.04.2008 11:49 Permalink
Ich habe das Gefühl, dass keiner so richtig gelesen hat was @mara meinte. Aber ich kann mich auch täuschen.
ulla meinte am 03.04.2008 11:55 Permalink
@herbi
doch, ich denke schon, daß ich Mara richtig verstanden habe - im Grunde genommen tutet Sie ins gleiche Horn wie Aussteiger und dabolix - sie bemängelt, daß Deutschland zu seiner Schuld steht, was die anderen nicht unbedingt tun.
Was mir gefiel war lediglich die Formulierung von dem Land, das Schuld auf sich geladen hat.
Gregor meinte am 03.04.2008 12:01 Permalink
@herbi
Mara hat Recht, mit dem, was sie schreibt. Im Gegensatz zu vielen anderen Staaten und Völkern setzen wir uns in großen Teilen der Bevölkerung mit unserer Vergangenheit auseinander.
Ich denke mal, Schuld läßt sich weder gegeneinander aufrechnen, noch verteilen. Wo sollten wir denn da anfangen? Bei Kain und Abel?
Schuld ist immer individuell - hat auch etwas mit unserem Gesellschaftsbild und unserer Religion zu tun *mal anmerk*
Der Blick in die Vergangenheit ist wichtig, um in der Gegenwart Entscheidungen für die Zukunft treffen zu können.
In meinen Augen liegen die Extreme bei der Betrachtung in beiden Fällen falsch: Die Rechten, weil sie Tatsachen einfach irgnorieren, die (heutigen) Linken, weil sie schon alleine deswegen ein betrffenes Gesicht machen, weil es die Jahre 1933 bis 1945 im Kalender überhaupt gab (ist ne verkürzte Darstellung - ich weiß).
ulla meinte am 03.04.2008 12:18 Permalink
manchmal scheine ich tatsächlich Probleme mit der Groß- und Kleinschreibung zu haben. Es muß natürlich heißen "tutet sie......".
Herbi meinte am 03.04.2008 12:24 Permalink
Gregor meinte am 03.04.2008 12:01
Es ging nicht darum ob sie recht hat oder nicht. Es ging um die Interpretation einiger User dazu.
@ulla
Sie hatte ich damit auch nicht gemeint. Dass Sie es verstanden hatten, zeigte Ihre Aussage dazu schon.
Nobbi meinte am 03.04.2008 13:35 Permalink
Es ist schon "starker Tobak", dass die DB, als Rechtsnachfolgerin der Reichsbahn. so tut, als hätte sie mit Deportationsverstrickungen nichts zu schaffen und sich somit die Täterin von einst, heute hinstellt, und vom "Zug der Erinnerungen" ganz "normal" Gebühren abkassiert!
Fahrtkosten, von den damals in die Vernichtung Deportierten, hatte die Bahn ja auch kassiert!!! - Kein Griff nach dem Geld ist zu schäbig, dass man ihn nicht vollführt!
Berlin (voraussichtlich)
Vom 13.-14. April im Hauptbahnhof
Vom 15.-16. April in Berlin Lichtenberg
Vom 17.-18. April in Berlin Schöneweide
Vom 19.-20. April in Berlin Westhafen/Putlitzbrücke
Vom 21.-22. April in Berlin Grunewald
Reguläre (voraussichtliche) Öffnungszeiten: 9:00 - 19:00 Uhr.
karla meinte am 03.04.2008 13:40 Permalink
@Nobbi
Danke für die Daten.
Aber Hbf und Grunewald sollen doch gar nicht angefahren werden?
Hieß es nicht gestern, statt Hbf solle auf den Bhf-Gesundbrunnen ausgewichen werden?
Hernando Velasquez meinte am 03.04.2008 13:46 Permalink
Gesundbrunnen wäre nicht schlecht.
Mit Zwangswandertag zum Zug für alle Kiezschulen dort mit ihren offen antisemitischen Türken und Arabern.
Nachbereitender Besinnungsaufsatz inklusive.
karla meinte am 03.04.2008 13:55 Permalink
Mann, hv, kipp nicht immer das Thema
Aussteiger meinte am 03.04.2008 14:01 Permalink
@ ulla,
heisst es nicht in dem von der Bundesregierung finanzierten Fernsehspots "Du bist Deutschland" ?
Wenn man Länder aufzählt die "Schuld auf sich geladen haben", darf man aber auch nicht vergessen wie sich Israel seinen Nachbarn gegenüber verhält. Das ist ja sicher alles richtig.
Nobbi meinte am 03.04.2008 14:08 Permalink
@karla
Ist ja nun wohl alles noch nicht sicher.
Hoffentlich hält uns der RBB hierin auf dem Laufenden.
Dass die Website des Zuges der Erinnerungen" - wo die Daten herstammen - sehr kurzfristig überarbeitet wird, das halte ich für nicht so sicher.
karla meinte am 03.04.2008 14:12 Permalink
@Aussteiger meinte am 03.04.2008 14:0
Darum geht es aber eben hier nicht, wer anders sich wann wie verhält/ verhielt.
Die Bahn sollte ganz einfach zu dieser Vergangenheit stehen und nicht durch blöde Manöver versuchen, die Decke über die gesamtedeutsche Geschichte zu ziehen.
Hernando Velasquez meinte am 03.04.2008 14:25 Permalink
@ karla meinte am 03.04.2008 13:55
Mann, hv, kipp nicht immer das Thema
--
1. Kritik am "Thema kippen" hier im AS-Blog ist ja wohl ein Witz!
2. Sie stört ja auch nur, in welche Richtung evtl. gekippt wird.
3. Ich denke, mein Hinweis war durchaus dem Thema angemessen.
karla meinte am 03.04.2008 14:32 Permalink
@hv
zu 1) ok, aber MAL kann es ja auch unterbleiben.
zu 2) Mich stört, dass es IMMER in die gleiche Richtung gekippt werden soll.
zu 3) siehe " karla meinte am 03.04.2008 14:12 Permalink
@Aussteiger meinte am 03.04.2008 14:0
Darum geht es aber eben hier nicht, wer anders sich wann wie verhält/ verhielt. "
Gregor meinte am 03.04.2008 14:35 Permalink
Mal ganz offen gefragt:
Was WILL die Bahn mit diesem Verhalten erreichen und was erreicht sie TATSÄCHLICH?
Meine Vermutung:
Die Bahn würde gerne das Deckmänntelchen des Vergessens über den Zug breiten. Erreicht hat sie genau das Gegenteil: Sie steht mitten in der Schußlinie und das wegen einem vergleichweise geringen Geldbetrag von € 28.000,-
Es mag ja richtig sein, daß man so nen Zug nicg einfach im laufenden Betrieb in jeden Bahnhof stellen kann und daß es vielleicht auch nicht möglich ist, in einen solchen Bahnhof publikumswirksam mit Dampf einzufahren. Wo ein Wille ist, findet sich auch immer ein Weg.
Soweit ich informiert bin, befinden sich am Hbf (tief) derzeit Gleise, die nicht angefahren werden, da für einen späteren Ausbau vorgesehen. Da könnte man den Zug durchaus abstellen. Wenn es nicht mit Dampf geht, dann sollen die den Zug eben mal fix mit ner E-Lok reinziehen. Das kann doch so schwer nicht sein.
Nebenbei bemerkt: Das Verhalten der Bahn ist auch in Bezug auf Grunewald unverständlich. Hier hätte man unter dem Deckmänntelchen der historischen Authentizität, den Zug sozusagen auf Abstellgleis stellen können.
ulla meinte am 03.04.2008 14:45 Permalink
@Aussteiger
Das ist die bekannte Sache mit den Rechten und Pflichten:
Ich bin Deutsche und habe das Recht, mich zu allem Positiven zu bekennen, was dieses Land hervorgebracht hat und hoffentlich auch noch bringen wird.
Ich habe aber auch die Pflicht mich zu allem Negativen zu bekennen, das in diesem Land - und ganz besonders in der Zeit von 1933 - 1945 - passiert ist.
Und.... man kann eine Schuld nicht gegen eine andere Schuld, so wie Sie es tun, aufrechnen.
Kennen Sie die Rede von R. v. Weizsäcker vom 8. Mai 1985? Sehr lesenswert!
karla meinte am 03.04.2008 14:47 Permalink
@ulla
;-)
na eben.
herbi meinte am 03.04.2008 16:17 Permalink
Die Diskussion läuft genau wie ich es erwartet habe. Es gibt in diesem Lande halt immer wieder Menschen, die unsere Vergangenheit am liebsten ignorieren würden. Dies geht aber nicht. @Ulla hat es in ihrem posting von 14:45 Uhr schon sehr schön erklärt. Wir müssen nicht ständig mit einem schlechten Gewissen leben. Dürfen aber auch nie vergessen, was in unserem Land zwischen 1933 – 1945 für Greueltaten geschehen sind. Das aufrechnen der Taten anderer Nationen ist da vollkommen fehl am Platz. Es geht um Deutschland und hoffen wir alle, dass so etwas nie wieder geschieht in unserem Land.
Manfred meinte am 03.04.2008 22:01 Permalink
Die Art (Mara), wie andere Länder ihre Vergangenheit reflektieren, kann nicht der Maßstab für uns sein. Ob es uns passt, oder nicht, wir werden noch lange Zeit mit besonderen Augen betrachtet. Das wird klar, wenn man etwas tiefer in diese "vergangene" Materie geht. Wir kennen üblicherweise die Zahlen und die Daten, aber das reicht nicht. Wir müssen UNS kennen, um uns vor uns zu schützen. Die Bahn kann da ruhig mitmachen. Keiner wird Mehdorn als Nazi sehen, aber er unterstützt mit seiner Ignoranz die, die wir mehrheitlich nicht mögen: Die Auschwitzleugner. Lesen Sie doch mal "Die Wohlgesinnten" von Littell.
Die Bahn und wir alle sollen nach vorn sehen. Aber hinter uns muss Licht gemacht werden!
Aussteiger meinte am 04.04.2008 07:02 Permalink
@ Manfred,
wie lange wir noch mit besonderen Augen beobachtet werden, liegt an uns selber. Wenn wir mal genug Rückrat haben zu sagen: Ja was damals geschehen ist war Sche.... und wir werden verhindern das so etwas noch einmal von deutschem Boden ausgeht und nun hört auf uns das andauernd unter die Nase zu halten, werden wir auch mal Ruhe haben. Aber wenn wir, wie bis jetzt, freiwillig im "Büßergewand" rumlaufen, wird das noch ewig weiter gehen. Ich ignoriere nicht was damals von Deutschland ausgegangen ist aber ich habe langsam die Schnauze voll davon, das mir und auch noch meinen Kindern eingeredet wird, wir hätten Schuld an den Gräueltaten des 3. Reiches. Warum halten uns denn einige den ganzen Sche... immer wieder unter die Nase ? Sie wissen wie sie aus uns (Deutschland) jede Menge Geld rausholen können und das können wir in unserem Land besser verwenden.
1704 meinte am 04.04.2008 13:02 Permalink
@ Aussteiger (04.04.2008 07:02)
ja, werden "wir" verhindern, das so etwas noch einmal von deutschen Boden ausgeht? was macht Sie da so sicher?
und: wenn Sie so souverän mit der deutschen geschichte umgehen können, sogar meinen, versichern zu können, daß diese "Sche..." nicht wieder passieren kann, warum regen Sie sich dann so auf, daß an sie erinnert wird?
Aussteiger meinte am 04.04.2008 13:26 Permalink
@ 1704,
was mich aufregt ist das, das die Leute die daran andauernd erinnern fast immer, an das Geld, das mir dieser Staat an Steuern abnimmt, ranwollen und meist auch rankommen.
mara meinte am 04.04.2008 13:27 Permalink
@Manfred und 1704
Mich stört das Erinnern an die Taten Deutschlands wenig. Es ist geschehen und wir zahlen Milliarden. O.K. Werden darüberhinaus von den USA Medien immer dann verwendet wenn es gilt ein primities Schwein darzustellen... Ich weiß, es wird langsam besser...
Was mich stört ist die Ungleichbehandlung! Wer zeigt mit dem Finger auf die anderen Verbrechen, welche ich oben nannte?? Die USA hat jahrhunderte gebraucht um die Verbrechen an den native Americans anzuerkennen und sich zu entschuldigen.
Die Türkei bestreitet noch heute den Mord an 1,5 Mio Armeniern, will aber in die EU :D
usw usw usw
mara meinte am 04.04.2008 13:29 Permalink
@Manfred und 1704
Mich stört das Erinnern an die Taten Deutschlands wenig. Es ist geschehen und wir zahlen Milliarden. O.K. Werden darüberhinaus von den USA Medien immer dann verwendet wenn es gilt ein primities Schwein darzustellen... Ich weiß, es wird langsam besser...
Was mich stört ist die Ungleichbehandlung! Wer zeigt mit dem Finger auf die anderen Verbrechen, welche ich oben nannte?? Die USA hat jahrhunderte gebraucht um die Verbrechen an den native Americans anzuerkennen und sich zu entschuldigen.
Die Türkei bestreitet noch heute den Mord an 1,5 Mio Armeniern, will aber in die EU :D
usw usw usw
mara meinte am 04.04.2008 13:30 Permalink
Sorry für Doppelpost :(
1704 meinte am 04.04.2008 13:33 Permalink
@ Aussteiger (04.04.2008 13:26)
was stört Sie dann: daß man, Ihrer meinung nach, "an das geld ranwill und meist auch rankommt" oder daß an deutsches fehlverhalten erinnert werden soll?
fühlten Sie sich weniger ins "büßergewand" gezwungen, wenn geld dabei keine rolle spielen würde?
Büffel meinte am 04.04.2008 14:01 Permalink
Als Folge des 3. Reiches und seiner Greuel wird Deutschland seit Gründung der UNO unter Artikel 53 und 107 als Feindstaat in der UN-Charta geführt. Diese Klausel besagt, das jeder Unterzeichnerstaat ohne Genehmigung der Staatengemeinschaft gegen einen solchen "Feindstaat" militärisch vorgehen darf ! Diese Klausel wurde in keiner Aktualisierung der Charta bis Heute gestrichen ! Deutschland hat bis Heute keinen Friedensvertrag mit den alliierten Siegermächten. Es ist ein Irrtum zu glauben, daß D mit der Vereinigung 1990 und dem Abzug alliierter Truppen die Souveränität zurückübertagen wurde. Noch immer wird die Truppenstärke und Bewaffnung der BW vorgeschrieben. Die Außen- und Innenpolitik wird von der EU und der Nato bestimmt. Die politische Entscheidungsfähigkeit des deutschen Parlamentes beschränkt sich im beschließen des Nichtraucherschutz, Rußpartikel und das anzapfen stetig neuer Finanzquellen für den EU Irrsinn. Zurück zur NS Zeit. Ehrlichkeit ist unabdingbar im Umgang mit dieser Epoche des Irrsinns!! Aber Betroffenheitsheuchelei zum Beispiel von Politikern aller Coleur auch und im besonderen von den Grünen ist peinlich und führt zur Gleichgültigkeit. Denn nicht einmal diese übermenschlichen Moralapostel haben es in ihrer "Mitregentschaft" erreicht , daß die Urteile von Nürnberg von einer deutschen Regierung anerkannt wurden ! Oder irre ich mich da ?
1704 meinte am 04.04.2008 14:07 Permalink
@ mara (04.04.2008 13:29)
bzgl. "primitives schwein" müßten Sie beispiele nennen, damit man weiß, worüber Sie reden...
bzgl. "ungleichbehandlung" - was folgt für Sie aus dem einwand, den Sie hier formulieren? meinen Sie es buchhalterisch: wenn 5 berichte über die bösen amerikaner, dann dürfen auch 5 berichte über die bösen deutschen? oder geht es in die richtung: die sollen mal lieber ruhig sein, die haben selbst dreck am stecken? oder meinen Sie es so: leute, was soll denn all das reden, wir sind doch alle keine engel?
das andere: meinen Sie bzgl. der angesprochenen milliarden das in etwa so: leute, wir haben dafür bezahlt, nun ist aber mal gut?
und: wenn Sie etwas täten, was Ihnen hinterher von einem anderen als moralisch verwerflich benannt oder gar aufgezeigt werden würde, machte es dann in Ihrer einsicht über das eigene tun dieses tun moralisch vertretbarer, wenn derjenige, der den vorwurf erhob, evtl. selbst auch moralische verfehlungen begangen hat, obwohl der vorwurf als solcher zu recht erhoben worden ist?
1704 meinte am 04.04.2008 14:15 Permalink
@ Büffel (04.04.2008 14:01)
UN-charta, Artikel 53 und 107 - lesen Sie einmal hier
http://de.wikipedia.org/wiki/UN-Feindstaatenklausel
1704 meinte am 04.04.2008 14:50 Permalink
@ Büffel (04.04.2008 14:01)
bzgl. anerkennung der "Nürnbeger Urteile":
meines wissen nach hatte der Bundesgerichtshof unter berufung auf deutsche rechtsprinzipien die urteile nicht anerkannt, weil die verfahren sowie deren verfahrens- und strafrechtliche grundlage, das "Londoner Statut", auf angelsächsischem recht beruhte...
falls Sie das thema näher interessiert:
http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Voelkerrecht/strafrecht.html
ich denke, daraus läßt sich gut erkennen, worin die probleme mit dem Nürnberger Prozess liegen und daß Ihre kritik bzgl. der "übermenschlichen Moralapostel" nicht schlüssig ist...
Büffel meinte am 04.04.2008 16:33 Permalink
1. UN- Charta , " Das auswärtige Amt vertritt die Ansicht, Artikel 53 + 107 seien obsolet, weil die Alliierten im 2 + 4 Vertrag auf das Weiterwirken ihrer Besatzungsrechte verzichtet hätte." Wörtliches Zitat des AA nach Ratifizierung des Vertrages. Wenn das ein sicheres Statement ist. Zumal die zugesprochene Souveränität eingeschränkt wurde. Die bewußte Eingrenzung des militärischen Potenzials und die Forderung, die bestehenden Ostgrenzen als unabänderbar anzuerkennen entsprechen immer noch Siegerjustiz , keinesfalls Rechtstaatlichkeit ! Denn ein auf Augenhöhe souveräner Staaten geschlossener Vertrag, würde nicht auf Unabänderlichkeit der deutschen Ostgrenze zielen, andererseits die völkerrechtswidrige Annexion polnischen Gebietes durch den Mitunterzeichner Sowjetunion/Rußland legalisieren !
2.Nürnberger Urteile , Wenn sich die gutgeschulten Verteidiger der Bande von Massenmördern durchgesetzt hätten, mit ihrem in Friedenszeiten " nullum crimen, nulla poena sinetege " angebrachten Faktum, wären es die Alliierten, die die Millionen Opfer das 2.mal umgebracht hätten!! Man kann sich als Politiker mit Hilfe von fragwürdigem Rechtsverständnis, das man mal so von der sicheren Amtsstube in eine Zeit der Hölle transferiert ,nicht aus der Verantwortung stehlen !
149.225.52.167 meinte am 05.04.2008 10:05 Permalink
Die "große" Zeit der Nazijagden sind vorbei und da muss (Selbsdarsteller) Familie Klarsfeld eben auf andere Weise auf sich aufmerksam machen. Eigentlich müssten sie doch schon genug Anerkennung eingeheimst haben, worum den Klarsfelds anscheinend in erster Linie geht. Der respektlose Umgang dieser Familie (Entführungsversuche, Belästigungen, Verleumdungskampagnen etc.) mit vermeintlichen Nazis war in der Vergangenheit schon schwer zu ertragen.
Zu @ 1704 vom 4.04.07:02Uhr :
(ja, werden "wir" verhindern, das so etwas noch einmal von deutschen Boden ausgeht? was macht Sie da so sicher?)
Das Märchen von der Wiederkehr des Nationalsozialismus ist ein gern vorgebrachtes (Schreckgespenst) Argument insbesondere der Linken. Glauben sie wirklich ernsthaft, dass jemals in Deutschland wieder Nationalsozialisten das Heft in die Hand bekommen?
Das ist doch völliger Humbug. Sie wissen doch, dass solche Betrebungen schon im Keim erstickt werden und sich ein faschistisches Land mitten in Europa sofort wirtschaftlich und moralisch isolieren würde. Also lassen wir die Kirche doch mal im Dorf.
Von dieser Bahngeschichte einmal abgesehen gibt es kaum ein Land, das seine Geschichte so vollständig und ehrlich aufarbeitet wie Deutschland. Dies sollten wir nicht vergessen, anstatt nach so vielen Jahren immer wieder Öl ins Feuer zu gießen.
Nur am Rande erinnere ich daran, dass während der chinesischen Kulturrevolution über 50 Millionen Menschen durch Maos Kommunisten umgekommen sind, Stéphane Coutois spricht im 'Schwarzbuch des Kommunismus' von insgesamt 65 Millionen Toten, darunter die schwer zu schätzenden Opferzahlen der großen Hungersnot von 1961, die sich zwischen '20 und 45 Millionen' Todesopfern bewegen.
Darüber spricht heute aber kein Mensch mehr, statt dessen ist Deutschland offenbar immer noch das Synonym für das grausamste Volk der Welt.
ulla meinte am 05.04.2008 10:55 Permalink
Was in Deutschland passiert ist, wird nicht dadurch weniger furchtbar, daß die Chinesen noch mehr Menschen umgebracht haben.
Ich habe noch nirgendwo gehört, daß Deutschland das "grausamste Volk der Welt ist" - dieses Synonym gilt, weiß Gott, für andere Völker; aber daß das, was hier geschah, unentschuldbar ist, wissen Ausländer und sollten Deutsche wissen.
Die Erinnerung an jene Zeit mit all' ihren Folgen muß wachgehalten werden, damit so etwas nicht wieder geschieht. Und wenn hier wegen der Milliarden gejammert wird, die aus unserem Wirtschaftswunderland an die Opfer, bzw. nach Israel geflossen sind, frage ich mich, ob man sich von Mord freikaufen kann.
149.225.150.8 meinte am 05.04.2008 11:48 Permalink
@ulla,
diese Milliarden der Wiedergutmachung konnten aber auch nur deshalb fließen, weil in unserer Bevölkerung einmal ein gewaltiges Potenzial gesteckt hat, nämlich nach zwei verheerenden Weltkriegen wieder an die Weltspitze zu gelangen, zumindest in wirtschaftlicher Hinsicht. Dies hat natürlich einigen Ländern, allen voran Polen und dem später gegründeten Israel überhaupt nicht gepasst.
Nach meiner Auffassung geht es auch nicht darum, die Erinnerung an Greueltaten zu relativieren, sondern darum, dass die deutschen Verbrechen im 2. Weltkrieg durch den anglo- amerikanischen Bombenterror gegen die Zivilbevölkerung, der fast vollständigen Zerstörung aller industrieller Anlagen, den großen Gebietsabtretungen ( Ostpreußen, Pommern und Schlesien) mit der damit verbundenen Vertreibung hunderttausender Deutsche und letztendlich auch durch Milliardenzahlungen zur Wiedergutmachung nun endlich einmal abgegolten sein müssten.
Gegen eine vernünftige, polemikfreie und objektive Geschichtsaufarbeitung hat ja auch niemand etwas einzuwenden.
debema meinte am 05.04.2008 12:03 Permalink
Jedem Deutschen sollte die Unschuldvermutung vom Grunge her abgesprochen werden, damit er juristisch als vorbestraft angesehen werden kann. Wie ist sonst möglich, die später geborenen Deutschen der Mitschuld an der NS-Judenvernichtung zu bezichtigen und ihnen abzusprechen, die weltweit pratizierten Völkermorde anzuprangern ? Am Beispiel Israel darf Deutschland keine Kritik an der Palästinenservertreibung seit 40 Jahren üben.
ulla meinte am 05.04.2008 12:21 Permalink
@149.225............
Zu Ihrem Beitrag möchte ich jetzt nur noch bemerken, daß nach dem 1. Weltkrieg zu dem gewaltigen Potential der Bevölkerung auch die Mitbürger jüdischen Glaubens, also "die Juden", und sehr viel jüdisches Kapital gehört haben.
Nach dem 2. Weltkrieg gab es zwar keine Juden mehr in Deutschland - ein Großteil des Kapitals war jedoch erstmal hier geblieben.
Und ohne die "Anschub-Finanzierung" der Amerikaner - die Gründe dafür sind in diesem Fall sekundär - hätten wir nicht in kürzester Zeit die anderen Europäer, auch die Engländer und Franzosen, die ja zu den Siegern gehörten, in wirtschaftlicher Hinsicht überholen können.
Ganz so großartig, wie Sie das gerne hätten, sind "wir" also doch nicht.
Linus meinte am 05.04.2008 12:28 Permalink
@ debema meinte am 05.04.2008 12:03
Interessante Idee, schließlich sind nicht wenige "Deutsche" Nachkommen von Tätern oder zumindest Mitläufern. Und nicht wenige haben in ihrer Familie Leichen im Keller, siehe Bahn AG. Auch daran sollte immerwieder errinnert werden.
Der Tot ist ein Meister aus Deutschland, auch der Meister hat übrigens mal klein angefangen, auch das sollte nicht vergessen werden.
Linus meinte am 05.04.2008 12:34 Permalink
@ ulla meinte am 05.04.2008 12:21
"Und ohne die "Anschub-Finanzierung" der Amerikaner - die Gründe dafür sind in diesem Fall sekundär..."
Aber diese Gründe könnten miterklären, warum die sog. "Entnazifizierung" so halbherzig durchgeführt wurde, daß z.B. hochrangige "Täter" wie Krupp z.B. schon nach 10 Jahren wieder frei kamen.
Vielleicht hat auch das zu diesem gewissen nationalem Bodensatz mitbeigetragen, der uns heute teils schwer zu schaffen macht.
149.225.150.8 meinte am 05.04.2008 12:41 Permalink
ulla meinte am 5.04. 12:21 Uhr:
"Nach dem 2. Weltkrieg gab es zwar keine Juden mehr in Deutschland - ein Großteil des Kapitals war jedoch erstmal hier geblieben."
Wollen Sie allen Ernstes behaupten, die Wiedergutmachungszahlungen stammen aus ehemaligen Reichsbankbeständen? Da würde ich lieber noch einmal nachrecherchieren. Nach 1945 wurde sämtliche Reichsbank- und Parteigeldreserven eingefroren, zumal nach den erheblichen Kosten für die Rüstung eh nicht mehr viele Reserven zur Verfügung standen oder denken sie, die Wiedergutmachungszahlungen wurden mit dem Zahngold aus den KL finanziert?
Auch haben sie die Weltwirtschaftkrise und die verheerende Inflation nach dem 1. Weltkrieg außer Acht gelassen, von der sicherlich auch die jüdischen Geschäftsleute betroffen waren.
Und wie sah es denn mit den von Ihnen erwähnten Anschubfinanzierungen in der russischen Besatzungszone aus? Also, Ulla, alles noch einmal überdenken.
ulla meinte am 05.04.2008 13:16 Permalink
Also wenn hier mal jemand etwas überdenken sollte, sind Sie das wahrscheinlich, 149.225.150.8.
Woher haben Sie denn das unglaubliche Wissen, daß Kapital nur aus Bargeld, egal welcher Währung, besteht?
Sollten Sie hin und wieder Zeitung lesen, wüßten Sie, daß noch heute um jüdisches Kapital in Form von Grundstücken, Gebäuden, Industrieanlagen, Kunstgegenständen etc. prozessiert wird.
Von der Weltwirtschaftskrise waren sicher auch jüdische Geschäftsleute betroffen - das sagt eigentlich das Wort "Weltwirtschaftskrise" schon Außer uns Deutschen waren wahrscheinlich alle Bewohner dieser Welt betroffen - da waren also wieder nicht "wir" alleine diejenigen, die etwas verloren haben.
Daß es in der russischen Besatzungszone eine Anschubfinanzierung in der Form nicht gab - eher das Gegenteil - ist weltbekannt. Das Ergebnis haben wir doch bis 1989 alle miterleben dürfen. Aber das fällt im Moment erstmal unter die "sekundären Gründe" für die Hilfe der Amerikaner - auch bekannt als "kalter Krieg".
1704 meinte am 05.04.2008 14:10 Permalink
@ 149.225.52.167 (05.04.2008 10:05)
tun Sie mir bitte den gefallen, in beiträgen, die sich auf kommentare von mir beziehen, nur das als "humbug" bezeichnen zu wollen, wenn ich diesen "humbug" auch geschrieben habe oder solche redewendugnen so zu formulieren, daß daraus ersichtlich ist, daß Sie sich auf den "humbug" anderer beziehen...
wenn Sie auf einen kommentar von mir verweisen, dann bitte mit den richtigen angaben (1704, 04.04.2008 13:02)
"... Das Märchen von der Wiederkehr des Nationalsozialismus ist ein gern vorgebrachtes (Schreckgespenst) Argument insbesondere der Linken. Glauben sie wirklich ernsthaft, dass jemals in Deutschland wieder Nationalsozialisten das Heft in die Hand bekommen? ..."
ich bin kein anhänger von märchen. ich empfand allerdings die aufarbeitende debatte um den nationalsozialismus schon immer fragwürdig, weil stets explizit auf nationalsozialismus abgestellt wurde, und nicht etwa auf faschismus. wenn Sie sich ernsthaft mit dem phänomen nationalsozialismus beschäftigen, werden Sie sehr schnell feststellen, daß nicht alles, worauf sich die nationalsozialisten bezogen oder beziehen, ideologiegeschichtlich originär auf nationalsozialisten zurückzuführen ist und durchaus auch in anderen ideologischen ausrichtungen vorhanden ist. antisemitismus z.b. ist keineswegs eine "erfindung" von nationalsozialisten...
zum anderen, wenn Sie sich mit faschismus beschäftigen, dann könnten Sie auch zu der überzeugung gelangen, daß z.b. zwischen radikalem antisemitismus, ausländerfeindlichkeit und migrationsängsten ideologische gemeinsamkeiten vorhanden sind, die man eben nicht nur eindeutig auf nationalsozialistisches gedankengut zurückführen kann oder sollte, sondern auch auf andere ideologische ausrichtungen. ich habe, bzgl. des von Ihnen genannten märchens, nicht so sehr die befürchtung, daß der nationalsozialismus zurückkehren könnte, sondern eher, daß die demokratie soweit ausgehöhlt werden kann, daß sie nur noch als legitimatorisches mäntelchen benutzt wird für ganz andere ideologische intentionen...
ein "faschistisches land mitten in Europa" würde ich, ähnlich wie Sie, für den jetzigen zeitpunkt als eher unwahrscheinlich betrachten, aber das heißt nicht, daß faschistische strömungen nicht einen größeren einfluß auf z.b. die deutsche politik bekommen könnten.
das andere: was meinen Sie, was es heißt, daß die großen "volksparteien" als eine ihrer ideologischen funktionen im demokratischen staat dahingehend definiert sehen/meinen, daß sie auch die "radikalen/extremen ränder" abdecken? nur verschweigen sie dabei, wie breit die ränder denn eigentlich sind...
bzgl. Deutschland sei das "grausamste volk der welt": D-land ist nicht das grausamste land, schon gar nicht das jetzige, aber es hat in der deutschen geschichte vorgänge gegeben, die das damalige D-land in eine reihe stellen mit anderen menschenverachtenden regimen. ich hoffe, daß Sie aufgrund Ihrer vergleichsbilanzen (China) und den opferzahlen nicht zu der meinung gelangen/gelangt sind, daß sich im vergleich mit anderen ländern die "schuld der deutschen" als gering ansehen ließe...
Hernando Velasquez meinte am 05.04.2008 14:51 Permalink
@ 1704 meinte am 05.04.2008 14:10
...daß z.b. zwischen radikalem antisemitismus, ausländerfeindlichkeit und migrationsängsten ideologische gemeinsamkeiten vorhanden sind,
---
Können Sie mir bitte mal erklären, was Ängste von Menschen mit Ideologie zu tun haben?
Bei mir bestehen durchaus Migrationsängste. Wir sitzen da auf einem Pulverfass, das hoffentlich erst hochgeht, wenn ich nicht mehr bin.
Ich verbitte mir, wegen solcher Gefühle und Einstellungen mit Antisemitismus in Verbindung gebracht zu werden.
Sie schrieben zwar vorsichtig: "...dann könnten Sie auch zu der überzeugung gelangen...".
Ich frage: Haben Sie diese Überzeugung oder nicht?
149.225.54.250 meinte am 05.04.2008 15:09 Permalink
1704 meinte am 5.04. um 14:10 Uhr:
"das andere: was meinen Sie, was es heißt, daß die großen "volksparteien" als eine ihrer ideologischen funktionen im demokratischen staat dahingehend definiert sehen/meinen, daß sie auch die "radikalen/extremen ränder" abdecken? nur verschweigen sie dabei, wie breit die ränder denn eigentlich sind..."
Leider sehr verallgemeinernd. Ich glaube schon, dass eine gesunde Demokratie in der Lage sein sollte, die von Ihnen benannten `radikalen/extremen Ränder`sowohl von links als auch von rechts im Zaum halten zu können. Auch diesgehört zu einer funktionierenden Demokratie.
Auch kann ich keine Verbreiterung der extremen Ränder erkennen, falls Sie zum Beispiel die NPD o.ä. meinen, die ja nur noch geduldet und deswegen auch nicht ernsthaft verboten wird, damit man im Zweifelsfalle immer einen `Nazi-Sündenbock` parat hat. Wenn die zwei, drei rechten Parteien in Deutschland wirklich annähernd so gefährlich sind, wie es von "oben" und links außen immer verbreitet wird, dann wären sie doch schon längst aufgelöst. Ich jedenfalls glaube die Posse von der V-Mannunterwanderung schon lange nicht mehr.
"... sehr die befürchtung, daß der nationalsozialismus zurückkehren könnte, sondern eher, daß die demokratie soweit ausgehöhlt werden kann, daß sie nur noch als legitimatorisches mäntelchen benutzt wird für ganz andere ideologische intentionen..."
Nur leider wird immer wieder das Gespenst eines wiederkehrenden Nazismus (ich unterscheide hier bewusst Nationalsozialismus und Faschismus, denn letzterer wurde ja eher in Italien unter Mussolini geprägt) an die Wand gemalt und je nach Gusto oder Tagesgeschehen munter intrumentalisiert und verbreitet, um einfachen Gemütern eine drohende Gefahr zu suggerieren.
Mir geht es hier, um wieder zum Thema zu kommen, lediglich um ein sich langsam abzeichnendes Ungleichgewicht, bezüglich der Bewertung menschenverachtender Vorgänge in der Geschichte. Während der Holocaust als das epochale Verbrechen hingestellt wird, gab es, wie Sie ja selbst anmerkten auch andere Unrechtssysteme mit weit höheren Opferzahlen, allerdings scheint dies kaum Beachtung zu finden, da die Opfer keine Juden waren.
Mal sehen, vielleicht fährt ja auch bald mal ein Zug der Erinnerung für die Opfer des kommunistisch-stalinistischen Terrors durchs Land, z.B. in Anlehnung an die Verbringung in russische Gulags nach Sibirien.
149.225.54.250 meinte am 05.04.2008 15:32 Permalink
@ulla meinte am 5.04. um 13:16 Uhr:
"Das Ergebnis haben wir doch bis 1989 alle miterleben dürfen."
Dass die DDR natürlich nicht die Wirtschaftskraft Westdeutschlands hatte und trotz der erheblichen Reparationszahlungen an die Russen (unter anderem wurden über 80% aller Industrieanlagen abmontiert und nach Russland verbracht) das Land nach dem Krieg mit einfachsten Mitteln wiederaufgebaut hat, war schon eine große Leistung der deutschen Bevölkerung in der russisch besetzten Zone. Und all dies wurde ohne Zuzug von ausländischen Hilfskräften, wie etwa in der BRD in den 1960 iger Jahren und großzügiger amerikanischer Finanzspritzen (Marschall Plan) bewerkstelligt.
Für die katastrophale Wirtschaftslage in der DDR, nach 1989 sichtbar, waren einzig und allein die kommunistischen Verbrecher der SED zuständig und nicht das Volk.
1704 meinte am 05.04.2008 16:42 Permalink
@ Hernando Velasquez (05.04.2008 14:51)
"Können Sie mir bitte mal erklären, was Ängste von Menschen mit Ideologie zu tun haben?"
kann ich (hier sicher nicht erschöpfend): immer dann, wenn sich ängste mit ideologie verbinden.
Sie machen es natürlich wieder sehr geschickt (ich kenne das ja schon von Ihnen), indem Sie sozusagen das pferd von hinten aufzäumen. ausgangspunkt war nicht etwa der bestehende oder nicht bestehende antisemitismus, sondern die these/behauptung, daß der nationalsozialismus keine wiederkehr in Deutschland haben werde, ich dazu darauf hinweis, daß die aufarbeitungsdebatte bzgl. nationalsozialismus IMO immer darunter gelitten habe, daß man sich zwar mit dem nationalsozialismus, nicht aber ausreichend mit dem faschismus als ideologie auseinandergesetzt habe. und ich habe in diesem zusammenhang eine verbindung aufgestellt, die Sie sich jetzt so vehement verbitten, aber - das mag von Ihnen unbedacht erfolgt sein oder der aufregung geschuldet - Sie verwahren sich des "vorwurfs" des antisemitismus, aber eben nicht des vorwurfs, evtl. in Ihrer politischen einstellung gedanken wiedzufinden, die auch von faschisten gepflegt werden.
das andere: HV, wenn ich Ihnen antisemitismus meine vorwerfen zu müssen, dann schreibe ich Ihnen das direkt (das wissen Sie doch aus unseren vielzähligen kleinen blog-dialogen) - ziehen Sie sich also nicht selbst stiefel an, die Ihnen Ihrer meinung nach nicht passen, und werfen Sie mir dann nicht vor, ich hätte Sie genötigt, unpassende stiefel anzuziehen...
Amantine meinte am 05.04.2008 16:54 Permalink
149.225.54.250 meinte am 05.04.2008 15:09
mit Verlaub, Sie haben eine Rhetorik, die sehr an die subtilen Argumentationen der rechten Szene erinnern. Sie negieren völlig die Neonazis, die sich wieder in mannigfaltigen Vereinen, Verbänden Kameradschaften etc. organisieren , gerade in den neuen Bundesländern ist die Zunahme zu verzeichnen. Ich möchte auch zu bedenken geben, dass eine Geschichtsaufarbeitung in Deutschland wenig wenn nicht sogar überhaupt nicht passiert ist, so dass es gerade in den neuen Bundesländern kein Wunder ist, wenn Rechtsextreme aufgrund der sozialen Problematik (Arbeitslosigkeit, Streichung sozialer Projekte etc.)den Boden für ihr faschistoides Denken gepflügt bekommen. Ich verweise auf meine Verlinkung.
1704 meinte am 05.04.2008 17:13 Permalink
@ 149.225.54.250 /05.04.2008 15:09)
"gesunde demokratie" - klingt als begriff interessant, weil der begriff voraussetzt, daß es auch "kranke demokratie" geben kann, zum anderen menschen ("ärzte"), die das diagnostizieren können. da würde mich dann aber auch jeweils interessieren, worauf sich die diagnose stützt und welche methode zur abhilfe angeraten wird...
"sowohl von links als auch von rechts im Zaum halten zu können" - dann erklären Sie mir doch einmal, wie die parteien das Ihrer meinung nach machen...
versuchen Sie sich einmal in Ihrer vorstellung der extremen ränder von der vorstellung zu lösen, es ginge bei diskussionen um diese dann z.b. bzgl. des rechten randes automatisch und zwangsläufig um die NPD. wenn Sie es auf die NPD verkürzen, haben Sie meine ausführungen, fürchte ich, nicht verstanden...
im übrigen sehe ich die NPD und andere rechte organisationen keineswegs als so harmlos an wie Sie hier den eindruck erwecken (wollen)...
"... Wenn die zwei, drei rechten Parteien in Deutschland wirklich annähernd so gefährlich sind, wie es von "oben" und links außen immer verbreitet wird, dann wären sie doch schon längst aufgelöst. Ich jedenfalls glaube die Posse von der V-Mannunterwanderung schon lange nicht mehr..."
die v-mann-begründungen sollten Sie ernst nehmen und sich einmal weit(er)gehende gedanken dazu machen...
mit einem erinnern an die opfer "des kommunistisch-stalinistischen Terrors" hätte ich absolut keine probleme, und wenn es dazu auch noch gute historische aufarbeitungen gäbe, noch viel weniger. Sie kennen sicher die meinung, daß man bzgl. des "kommunistisch-stalinistischen Terrors" sehr häufig die meinung vertritt, es handele sich dabei um ein "links-faschistisches" phänomen? daran könn(t)en Sie sehen, daß die auseinandersetzung mit dem faschismus keineswegs mit der diskussion um den nationalsozialismus erledidigt ist, im gegenteil: sie wird notwendiger denn je, weil es hierzulande immer mehr menschen gibt, die historischen abstand zu den geschehnissen im damaligen Deutschland haben und nicht mehr aus eigener anschauung, betroffenheit oder täterschaft über das thema reflektieren...
149.225.53.200 meinte am 05.04.2008 17:20 Permalink
Amentine meinte am 5.04. um 16:54 Uhr:
"Ich möchte auch zu bedenken geben, dass eine Geschichtsaufarbeitung in Deutschland wenig wenn nicht sogar überhaupt nicht passiert ist, so dass es gerade in den neuen Bundesländern kein Wunder ist, wenn Rechtsextreme aufgrund der sozialen Problematik (Arbeitslosigkeit, Streichung sozialer Projekte etc.)den Boden für ihr faschistoides Denken gepflügt bekommen."
Dazu muss ich Ihnen leider sagen, dass bei uns in den DDR Schulen die Thematik 1933-1945 derartig oft und immer wieder vorgekaut wurde, dass es einem bald aus dem Hals raushing.
Man konnte es irgendwann nicht mehr hören.
Meist bezog sich die Aufarbeitung der NS-Zeit fast ausschließlich auf kommunistische Widerstandskämpfer und deren Haftzeit in Zuchthäusern oder KL`s. Judenverfolgung wurde eher sekundär behandelt.
Also konstatiere ich eher eine Art Abstumpfung, weil man sich jeden Tag die gleichen abgedroschenen Antifaschismusphrasen anhören musste. Dazu kam, dass es häufig Diskrepanzen gab, bezüglich den Erzählungen der Großeltern oder anderer Zeitzeugen und dem was einem in der Schule über die Zeit des Nazismus eingetrichtert wurde. In der heutigen Zeit tritt halt die Opferrolle der Juden mehr in den Vordergrund, für mich als ehemaligen DDR Schüler mit denselben gebetsmühlenartigen Argumenten, irgendwann ist man der Sache einfach überdrüssig und das Leben geht trotzdem weiter.
Amantine meinte am 05.04.2008 17:35 Permalink
Verstehe, ich habe aus der Sozialisation einer "Westdeutschen" heraus argumentiert. Aber wie erklären Sie sich es, dass gerade in den neuen Bundesländern der Zuwachs von Rechtsextremismus zu verzeichnen ist? Haben die von Ihnen erwähnten abgedroschenen Antifaschismusphrasen keine Wirkung mehr, oder gerade deshalb? Es sollte aber trotzdem nicht die Augen vor der Zunahme Rechtsextremer in unserer Gesellschaft verschlossen werden und ich bin mir bewusst, dass unsere politischen Verhältnisse nicht ganz unschuldig daran sind. Ihr Glaube an eine starke Demokratie in allen Ehren, aber der derzeitige politische Kurs mit allen Facetten des Sozialstaatsabbaus ebnet in dieser Hinsicht viele Barrieren.
Büffel meinte am 05.04.2008 18:00 Permalink
Man möchte mir den Begriff " Rechtsextremismus " doch endlich mal schlüssig definieren !
149.225.53.200 meinte am 05.04.2008 18:04 Permalink
@Amentine,
Der Zuwachs der rechten Parteien hängt meiner Meinung damit zusammen, dass die DDR ein fast homogenes Volk war und es aufgrund mangelnder Reise- und Einreisefreiheiten kaum die Möglichkeiten gab, andere Kulturen und Sitten kennenzulernen.
Als nun nach der Grenzöffnung auch die neuen Bundesländer Kontingente an Asylbewerbern aufnehmen mussten und der DDR Bürger das erste Mal mit Ausländern in Berührung kam, wurden die Asylanten erst einmal als etwas Fremdes und Bedrohliches aufgefasst.
Erschwerend hinzu kam die extreme Verunsicherung der Menschen aufgrund der katastrophalen wirtschaftlichen Situation. Die Menschen hatten ganz andere Sorgen, als sich auch noch um Integration von Ausländern zu kümmern, die zum Zeitpunkt der Grenzöffnung als etwas eher Abstraktes angesehen wurden.
Also sollte man nicht alle Leute in der DDR vorverurteilen, wenn es um Ausländerfeindlichkeit geht und eher den Menschen die Ängste nehmen und behutsam aufklären.
1704 meinte am 05.04.2008 18:04 Permalink
@ Büffel (05.04.2008 18:00)
eine recht gute definition finden Sie hier:
"Rechtsextremismus ist eine Sammelbezeichnung für politische Orientierungen, Ideologien und Aktivitäten, die den demokratischen Verfassungsstaat ablehnen und durch eine autoritär geführte „Volksgemeinschaft“ ersetzen wollen. Dabei wird von einem vermeintlich naturgemäßen „Volkstum“ ausgegangen oder die Existenz von Rassen behauptet, um andere Menschengruppen abzuwerten und auszugrenzen. Jede Spielart von Rechtsextremismus lehnt daher das an den universalen Menschenrechten orientierte Gleichheitsprinzip ab... Dies unterscheidet ihn von allen liberaldemokratischen und als linksextrem geltenden Politikkonzepten..."
(http://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsextremismus)
Büffel meinte am 05.04.2008 18:18 Permalink
Also ist der Straftatbestand "Rassismus ", "rassistisch motivierte Übergriffe " usw. , die in dieser rechtsstaatlichen Justiz oft und gerne als abschreckende Anklagepunkte herhalten, Beweis für den von Rechtsextremisten gesteuerten Staat ?
1704 meinte am 05.04.2008 18:28 Permalink
@ Büffel (05.04.2008 18:18)
ich glaube, Sie bringen da einiges durcheinander.
wer behauptet denn, daß der staat von "rechtsextremisten" gesteuert wird?
"rassistisch motivierte übergriffe" sind genau das, was sie bezeichnen...
1704 meinte am 05.04.2008 18:28 Permalink
@ Büffel (05.04.2008 18:18)
ich glaube, Sie bringen da einiges durcheinander.
wer behauptet denn, daß der staat von "rechtsextremisten" gesteuert wird?
"rassistisch motivierte übergriffe" sind genau das, was sie bezeichnen...
Amantine meinte am 05.04.2008 18:29 Permalink
Büffel meinte am 05.04.2008
aus rechtsstaatlicher Sicht eine Definition, bitte Link gucken
Hernando Velasquez meinte am 05.04.2008 18:55 Permalink
Ein kluger Mensch (leider vergessen) hat einmal sinngemäß gesagt: "Die Tatsache, dass es passiert ist, ist der Beweis dafür, dass es wieder passieren kann/wird."
Da ist schon was dran.
Wer hätte in den Goldenen Zwanzigern für möglich gehalten, dass es passiert?
Ich sehe bei anhaltenden Migrations- und Demografieproblemen die Gefahr, dass es wieder passieren kann. Nicht weil die Menschen rechtsradikal sind, sondern weil unsere Politik nicht einmal versucht, die Probleme in den Griff zu bekommen.
Büffel meinte am 05.04.2008 19:16 Permalink
Wenn ich den Begriff " Rasse " politisch als nicht existent betrachte , wie kann ich ihn dann als Demokrat als Strafbestand führen . ? Geht der Staat und die Justiz also davon aus , daß es sehr wohl Rassen gibt ? Wie sonst kann man Jemanden des Rassismus anklagen ohne selber ein Rassist zu sein ? Herabwürdigung , Verletzung der Menschenwürde usw, das sind meine rechtsrelevanten Punkte. Aber die Übernahme wirklich rechten Gedankenguts ist wohl einfacher und der Blick in folgsam heuchelnde Betroffenheitsgesichter trübt die Wahrnehmung. Für mich gibt es bei Karnickeln, Hunden und Hühnern RASSEN ! Bei Menschen ganz sicher nicht. Ein System das den Straftatbestand RASSISMUS kennt macht sich zum Handlanger von Menschenhassern !!
1704 meinte am 05.04.2008 19:59 Permalink
@ Büffel (05.04.2008 19:16)
wie nennen Sie das spiel, das Sie hier spielen? ...
denken Sie einfach noch einmal über den von Ihnen benutzten begriff der "rassistisch motivierten straftaten" gründlich nach, dann werden Sie auch Ihren grundlegenden irrtum Ihrer ausführungen bemerken - der von Ihnen formulierte ausgangspunkt ist falsch, und deshalb kommen Sie hier auch zu solch merkwürdigen schlußfolgerungen...
1704 meinte am 05.04.2008 20:09 Permalink
@ Hernando Velasquez (05.04.2008 18:55)
netter winkelzug.
auch wenn die probleme (von der politik) nicht gelöst werden würden, könnten Sie damit nicht erklären, warum dann rechtsradikal reagiert werden würde (wenn es denn tatsächlich so wäre)...
icke (ich bin auch die mitte!) meinte am 07.04.2008 21:22 Permalink
Nee, nee, nee
Solange die Leute son Quatsch, wie hier labern, ist das aber noch nicht der Kommunismus. Das kann er gar nicht sein.
Naja; sag ich immer: Kommt Zeit, kommt Rat, kommt Revolution, wa?! Da kann auch die jute ALTE Bahn nix mehr gegen machen...
Naja ich für meinen Teil freu mich echt tierisch auf Bahnprivatisierung (mit anschließendem GAU wie in England), auf das zusammenbrechen der Rente, auf den endgültigen Kollaps der internationalen Finanzsysteme (war da was?!) etc; denn dies alles bringt immer mehr Menschen zur Vernunft, und dann können wie die Sache mit der "freien" Martkwirtschaft´ein für alle mal wegkloppen, nüsch wahr.
Bis dahin bin ich halt linksextremistischer Terrorist, oder wie das bei euch / denen halt heißt.
A propos: Als Intellektueller (sogar ein Doktor hat der Schlawiner) passe ich doch gar nicht ins weit verbreitete Bild der sogenannten Chaoten, oder wie jetzt?!
1704 meinte am 08.04.2008 00:27 Permalink
@ icke (ich bin auch die mitte!) (07.04.2008 21:22)
au backe, wenn das der Hernando liest...
derdeutsche meinte am 08.04.2008 10:23 Permalink
@1704 danke für den hinweis mit der un friedensklausel....
an alle: Ihr seid alle neonazis ;-)
der diskussionsverlauf hier im blog zeigt wie schwer noch heute das trauma wirkt. die üblichen vorhaltungen und anschuldigungen, weil es keiner so recht weiss wie er sich im kontext zum gedenken verhalten soll...
ich sage: einfach gedenken, kein ritus
Uwe B. meinte am 08.04.2008 20:27 Permalink
Es ist doch schön. In gewisser Weise bekennt sich Mehdorn endlich zu einem Stück Bahngeschichte. Zwar ist dies ein höchst unangenehmes. Un er tut dies, indem er versucht, es zu verdrängen. Aber die Botschaft ist doch klar.