15.01.2010 19:06 | von Stefan Lippeck | 19 Kommentare
"Stasi raus!"
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Allgemeines
Etwa 2.000 Demonstranten hatten am 15. Januar 1990 das Hauptquartier der Stasi gestürmt. Durch die Aktion wurden damals zahllose Unterlagen vor der Vernichtung bewahrt. Rund 16.000 Säcke mit zerrissenen Unterlagen waren insgesamt sichergestellt worden. Erst ein Bruchteil des Materials ist bisher rekonstruiert.
Das Interesse an den Stasi-Akten ist ungebrochen. Im vergangenen Jahr gingen 102.658 Anträge auf Akteneinsicht ein und damit 17 Prozent mehr als 2008, sagte die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, 20 Jahre nach dem Aus für die DDR-Staatssicherheit. Auf den Tag genau, am 15. Januar 1990, schallte es Mielkes Mitarbeitern in der Berliner Normannenstraße entgegen: "Stasi raus!" und "Stasi in die Produktion!".
Tausende Demonstranten standen vor der Zentrale des einstigen Ministeriums für Staatssicherheit, das inzwischen in Amt für Nationale Sicherheit umbenannt worden war und zur Empörung der aufgebrachten Menge weiter funktionierte. Als die Demonstranten das Gebäude stürmten, konnten sie kaum fassen, was sie zu sehen bekamen: Räucheraal und Krabben auf der Kantinen-Speisekarte, Dosen-Haifischflossen-Suppe in Lagerräumen, holzgetäfelte Konferenzräume. Der für DDR-Verhältnisse unvorstellbare Luxus machte viele wütend.
Anlässlich des 20. Jahrestages der Besetzung der Stasi-Zentrale lädt die Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen (BStU) am 16. Januar 2010 in das Archiv der Zentralstelle zu einem Bürgerfest ein. Die Gäste erwartet ein umfassendes Programm mit Podiumsdiskussionen, Lesungen, Filmen sowie Vorträgen und Informationsständen. Das Archiv kann den ganzen Tag besichtigt werden.
Samstag, 16. Januar 2010, 10 bis 20 Uhr
Bürgerfest im Archiv der Zentralstelle der BStU
Ruschestraße 103, Eingang Haus 7
10365 Berlin-Lichtenberg
U-Bahn-Linie U5 Magdalenenstraße


Programm im Link
Gesendet von Hernando am 15.01.2010 19:41 #
Was war der Tenor der Politik in der DDR darauf, daß immer mehr Leistungsträger das Land verließen? Ist egal!
Was hat sich in der politischen Klasse heute geändert? Nichts!
Haut doch ab, wir importieren uns genehme Neubürger. Scheiß auf Qualität die das Land verlässt. Quantität ist das Zauberwort, daß uns vor dem Untergang bewahrt!
Wir wählen uns ein neues Volk! Wenn die Wirtschaft den Bach runter geht, na und? Hauptsache die Bürokratie überlebt und für alle Jasager und Speichellecker bleiben in jedem System Posten übrig.
Stasi raus? Was wird denn in dieser vermeintlichen Demokratie nicht praktiziert, was von der Stasi zu DDR Zeiten gang und gäbe war und im Westen verurteilt wurde?
Gesendet von Büffel am 15.01.2010 20:22 #
@Büffel meinte am 15.01.2010 20:22
"...Was wird denn in dieser vermeintlichen Demokratie nicht praktiziert, was von der Stasi zu DDR Zeiten gang und gäbe war und im Westen verurteilt wurde?"
Wenn ich jetzt begönne, das alles aufzuzählen, dann wär ich morgen früh noch am PC.
Und das will ich nicht.
Gesendet von Hernando am 15.01.2010 20:57 #
Büffel
Einen schönen Abend vor dem imaginären Kamin
"Was wird denn in dieser vermeintlichen Demokratie nicht praktiziert, was von der Stasi zu DDR Zeiten gang und gäbe war und im Westen verurteilt wurd"
hust, mit Verlaub, gehts noch?
Keine Frage, dass wohl eine Mehrheit derer, die bei der Stasi ihr Schäfchen im Trockenen hatten, auch jetzt nicht im Kalten sitzen.
Vermeintliche Demokratie?
Sie ist nicht perfekt und dennoch, es ist die beste, die Sie auf dieser Welt finden werden.
Was hier nicht praktiziert wird?
Die Diktatur durch eine Bande bornierter Dummschwätzer. Unterstützt durch Hunderttausende Lemminge, die sich einen Vorteil versprachen, wenn sie anderen schadeten.
Es wird nicht von Staats wegen gemordet, gefoltert, Leben durch Zwang, Zwangsadoption und viele andere Grausamkeiten zerstört.
Es bespitzelt nicht jeder jeden und die vermeintliche Gemeinschaft des Ostens auf Basis gegenseitiger Denunziation finden Sie in den alten Ländern nicht.
Zum Thema:
Bei dem Sturm und wenigen Aktionen danach blieb es aber auch.
Eine Aufarbeitung hat nicht stattgefunden, dafür werden wir die nächsten 60 Jahre mit Filmen über die Stasi bombardiert.
Das, Büffel, eint das Land: Stasi und Nazi Schergen waren immer die anderen und niemand hat 'es' gewußt.
Das Schlimmste sind die, die heute sagen: so schlimm war es doch nicht. Doch, war es. Und noch schlimmer.
Ich könnte heulen, wenn ich höre von denen, die im Knast saßen, übelsten Methoden (warum werden die eigentlich nicht endlich öffentlich genannt) von WärterInnen ausgesetzt und das nur um
frei zu sein.
Jeden Tag bin ich dankbar, im Westen geboren und sozialisiert zu sein.
Uschi Kowalski
Gesendet von Kowalski am 15.01.2010 21:37 #
@ Büffel meinte am 15.01.2010 20:22
Ich weiß nicht, ob sie Sachkenntnis über die Stasi haben. Die Arbeit der Stasi irgendwie mit der Bundesrepublik zu vergleichen deutet auf Null Kenntnis hin.
Gestern war ich dort in diesem „Objekt“. Es ist gut, dass im Herbst 89 mutige Menschen die friedliche Revolution begonnen und zum Erfolg gebracht haben.
Dieses Verbrecherinstrument „Stasi“ musste weg. Dort wurden 5 Jahrzehnte lang Menschen gequält, verfolgt und die Gegner „zersetzt“.
Gesendet von rg am 16.01.2010 08:20 #
Für mich ist die ganze BStU ein geldverschluckendes Moloch was der jeweils herrschen Partei nur dazu dient den politischen Gegener zu verunglimpfen. Bsp. Birthler ./. Platzeck.
Diese Behörde trägt überhaupt nicht zur Aussöhnung zwischen den Menschen bei sondern hält durch das ständige Köcheln die Aussöhnung auf geringer Sparflamme.
Die wichtigsten und brisantesten Unterlagen sind bestimmt sowieso vor dem 15.1.1990 beiseite geschafft worden oder sonstwie archiviert worden (sh. Rosenholzdatei).
Das war doch gelenkt damals die Leute bei dem sogenannten Sturm in die Nebengebäude zu dirigieren.
Aus den noch vorhanden 16.000 Säcken zerschnippelten Inhalts wird sich nur noch der kleinbürgerliche Mief der DDR entladen.
Wer denkt das Gegenstück oder die Gegenstücke zur Stasi würde Glazeehandschuhe tragen der solle mal das Buch lesen oder den Film anschauen "Die verlorene Ehre der Katharina Blum"
An die im Westen sozialisierten. Ich bin mir nicht sicher, ob alle so Neunmalklugen Westsozialisierten sich rausgehalten hätten.
Ich bin dafür alle Akten ins Bundesarchiv und Auflösen der Behörde. Spart unheimlich Kohle und ausserdem lenkt die ganze Stasi-Schei... schön ab von den heutigen Problemen.
Ach so nochwas was mir einfällt: In der DDR hätte kaum einer solch beruflichen Werdegang hinlegen können wie unsere Frau Bundeskanzlerin, wenn man gegen das System war. Warum haben denn soviel Bürgerechtler Theologie studiert und nicht Physik!
Gesendet von Freie Meinung am 16.01.2010 10:31 #
@ Feie Meinung
Die Aufgaben den BstU können auf deren Homepage nachgelesen werden, Verständigung und Aussöhnung zwischen Tätern und Opfern gehört nicht dazu. Das müssen die Opfer selbst auf den Weg bringen
Auch der Vergleich zwischen einer Erzählung von Heinrich Böll und einem Staatstragenden Verbrechersystem wie der Stasi hinkt nicht nur, er ist sachlich nicht möglich.
Weiterhin sind die Abgeordneten des Bundestages, also auch Frau Merkel, bezüglich der Stasi überprüft worden.
Ich bin ein geborener Berliner, 43 Jahre ein West-Berliner. Wie mein Leben im Osten verlaufen wäre kann ich nicht sagen, Mitläuferschaft schließe ich für mich nicht aus.
Gesendet von rg am 16.01.2010 13:24 #
@ rg (16.01.2010 13:24)
"Auch der Vergleich zwischen einer Erzählung von Heinrich Böll und einem Staatstragenden Verbrechersystem wie der Stasi hinkt nicht nur, er ist sachlich nicht möglich."
aha, warum ist das sachlich nicht möglich?
aus wikipedia, Die verlorene Ehre der Katharina Blum:
"Heinrich Böll sah sich seit seiner kritischen Stellungnahme 1972 im Spiegel 'Will Ulrike Gnade oder freies Geleit?' selbst als Opfer einer Rufmordkampagne, die in ihm einen Sympathisanten des Terrorismus erkennen wollte. Er reagierte mit 'Die verlorene Ehre der Katharina Blum' auf die Berichterstattung der BILD-Zeitung und auf die Gewaltdebatte der 1970er Jahre, prangerte mit seiner Erzählung den Sensationsjournalismus an und veranschaulichte die möglichen Folgen. 'Die Gewalt von Worten kann manchmal schlimmer sein als die von Ohrfeigen und Pistolen.' – Heinrich Böll: Interview im Oktober 1974"
daraus lassen sich etliche "vergleichbarkeiten" ableiten. dazu gehört auch die tätigkeit des bundesdeutschen verfassungsschutzes oder des BKS oder anderer landespolizeilicher einrichtungen, der/die sich keineswegs dabei ständig und immer an die rechtsstaatlichen vorgaben hielt/en. es wurden und werden, wenn es notwendig erscheint, auch dinge gemacht, die eigentlich gesetzlich nicht zulässig sind. und begründungen, warum das so sein muß, lassen sich immer finden. oder denken wir an die praxis der berufsverbote, ein eklatanter verstoß gegen grundgesetzliche bestimmungen, oder denken wir an dieses unselige kontaktsperregesetz, das im höchsten maße den rechtstaatlichen erfordernissen zuwiderlief. oder denken wir an so manchen prozess gegen mitglieder der RAF, in denen der rechtsstaat sich oftmals selbst als politischer possenreißer auswies und sein eigenes ansehen schwer beschädigte. oder denken wir an die eiligen gesetzgebungsvorhaben, die man eigens für bestimte situationen durchzog, weil man keine sonstige rechtliche handhabe hatte, leute z.b. in den knast zu kriegen. das alles wurde nur deshalb nicht als "falsch" oder "verbrecherisch" empfunden, weil die meisten damit übereinstimmten, also gar kein problem damit hatten. und ich denke, für die meisten in der DDR war das genauso. der einzige wirklich gravierende unterschied zwischen der damaligen BRD und der DDR war die unterschiedliche handhabung der freizügigkeit und der meinungsfreiheit. die BRD konnte man, wenn man wollte, jederzeit verlassen, die DDR nicht, und in der BRD durfte man auch durchaus seine meinung sagen, ohne gleich fürchten zu müssen, dafür in den knast zu müssen, aber folgenlos war das äußern einer eigenen meinung auch damals in der BRD nicht immer. aber, gerade weil Sie ja von einem "system" sprechen, ist eben doch ein hohes maß an "vergleichbarkeit" gegeben, nur mit dem unterschied, daß vieles, was in der DDR üblich war, in der BRD informell funktionierte. und, natürlich, den menschen in der damaligen BRD ging es materiell um vieles besser als den "brüdern und schwestern" hinter dem eisernen vorhang...
wundert es sie im übrigen nicht ebenso wie 1704, daß es bis auf den heutigen tag keine historisch gesicherte und fundierte aufarbeitung der tätigkeit des bundesdeutschen verfassungsschutzes oder der westdeutschen geheimdienste gibt? insbesondere eben hinsichtlich des wirkens im innern? hierzu haben wir leider nie den glücksfall gehabt, daß leute die zentralen gestürmt hätten, um in der folge davon dann auch einmal einblick in die akten nehmen zu können...
Gesendet von 1704 am 16.01.2010 14:51 #
Ich finde es bedauerlich, dass mit zweierlei Maß gemessen wird.
Es gibt eine Stasi-Akte Helmut Kohl. Der hatte dagegen geklagt, das der Inhalt veröffentlicht wird.
Die Personen, die bei der Stasi das Sagen (z.B. die Stasigeneräle) hatten, laufen bis heute frei herum, niemand von denen wurde zur Rechenschaft gezogen. Oder?
Von den "kleinen" Mitläufern rede ich jetzt mal nicht.
Ich weiß nicht, ob man immer wirklich die Wahl hatte, sich der Stasi zu verweigern, nach dem Motto: " Wenn du uns nichts sagst - dann gucken wir mal, was wir bei dir finden..." Nicht jeder hatte die Stärke, "Nein" zu sagen.
Viele Westpolitiker benutzen nun die Geschichte der Ostpolitiker um den jeweiligen Parteien zu schaden.
Warum haben die CDU-Politiker in Brandenburg nicht vor der neuen Regierungsbildung die Stasimitarbeiter der "Linken" vorgeführt?
Das was die machen soll nicht dem Schutz der Bevölkerung dienen, nein es dient der eigenen Macht.
Mir reicht auch die Aussage: "Der war bei der Stasi" nicht. Was genau hat der bei der Stasi gemacht? Welche Funktion hatte der?
Und irgendwie werden wir doch jetzt auch immer mehr überwacht. ELENA und Datenspeicherung sind sicher erst der Anfang... Was wird da noch kommen? Welche Ausmaße wird das noch annehmen? Beunruhigend ist das schon!
Gesendet von lookielookie am 16.01.2010 15:18 #
@ 1704 meinte am 16.01.2010 14:51
Mir fehlt das Verständnis, Behörden eines demokratischen Staates gegen die einer Diktatur aufzurechnen.
Ein staatlicher Apparat wie die Stasi hat Menschen verschwinden lassen, entführt und ermordet. Insbesondere die Berliner haben erleben müssen, mit welcher Gewalt die Bewohner der DDR niedrig gehalten wurden.
Ich kann nur jeden auffordern, die U-Haftanstalt in Hohenschönhausen und die ehem. Stasi-Zentrale zu besichtigen und sich zu informieren.
Gesendet von rg am 16.01.2010 19:50 #
@ Freie Meinung am 16.01.2010 10:31
Sein Sie doch froh. dass Sir 20 Jahre später hier ihre "freie-meinung" ablassen können.
Lenken Sie mal 80.000.000 Deutsche so , dass am ende nur Gutes dabei herauskommt.
Ansonsten ist eine einsame Insel für Sie in der Karibik wohl eher der geeignetere Ort.
Gesendet von Rauchzart am 16.01.2010 20:23 #
@ rg (16.01.2010 19:50)
warum reden Sie jetzt von "aufrechnen"? aufrechnen ist etwas anderes als "vergleichen". mit Ihrer antwort machen Sie ja recht deutlich, daß Sie hier ideologisch orientiert argumentieren (wollen), fraglich dabei ist jedoch, ob Sie damit den verhältnissen in der damaligen DDR/Bundesrepublik gerecht werden (können)...
Gesendet von 1704 am 17.01.2010 01:10 #
@Rauchzart,
"Lenken Sie mal 80.000.000 Deutsche so , dass am ende nur Gutes dabei herauskommt."
Total falscher Denkansatz.
In einer Diktatur werden die Bürger gelenkt, in einer Demokratie lenken die Bürger ihre Geschicke selbst (zumindest sollten sie es). Die Politik hat nur eine Aufgabe, sie soll die Rahmenbedingungen schaffen damit die Bürger dazu in der Lage sind.. Jeder Deutsche Bundesregierung hat diese Aufgabe fast immer gut, mal etwas schlechter erledigt. Ich bin überzeugt davon, das die aktuelle Regierung es wieder gut machen wird. Gute Denkansätze sind ja bei den Regierungparteien vorhanden.
Gesendet von Aussteiger am 17.01.2010 11:24 #
@ Aussteiger (17.01.2010 11:24)
"In einer Diktatur werden die Bürger gelenkt, in einer Demokratie lenken die Bürger ihre Geschicke selbst (zumindest sollten sie es)."
ein viel zu einfacher "dankansatz" - denn keine diktatur ist in der lage, alle bürger zu lenken, genauso wenig wie demokratien in der lage sind, ohne lenkung auszukommen, allerdings unterscheiden sich beide in der art und weise, wie dieses "lenken" funktioniert. in beiden systemen kommt es auf die "mehrheit" an, und wie diese erreicht werden, ist schon einmal ein unterschied, allerdings ein methodischer, nicht ein wesensmäßiger. der andere findet sich in den formellen und informellen machtstrukturen - aber: immer geht es darum, den "mainstream" zu beherrschen/lenken, dann läuft der rest auch wie gewollt, oder wird halt mit den vorhandenen mitteln "klein" gehalten... die "friedliche revolution" konnte nur gelingen, weil sich der "mainstream", aus welchen gründen auch immer, nicht mehr lenken lassen wollte, und diejenigen, die bislang lenkten, nicht mehr lenken konnten oder wollten, allerdings ist die errungene alternative dazu nun nicht etwa lenkungslos...
es ist z.b. ein märchen, daß alle DDR-bürger in der DDR unterdrückt worden sind, es gab ausreichend viele ("manstream"), die das system nicht nur hingenommen haben, sondern es auch aktiv und in voller überzeugung unterstützten, genauso wie es ein märchen ist, daß alle, die in den DDR- oder Stasiknästen saßen, unschuldig verfolgte waren. der einzige, wirklich gravierende unterschied zwischen beiden systemen liegt darin zu sehen, daß hierzulande der bürger tatsächlich auch einklagbare rechte hat und auf eine halbwegs unabhängige justiz zählen kann. in der DDR hatten die bürger auch einklagbare rechte, aber keine unabhängige justiz. und man sollte sich auch bei der vorstellung von "unterdrückung" einmal von dem gedanken freimachen, als wären die DDR-bürger ständig physisch unterdrückt worden, weil da irgendwie die Stasi immer gewehr bei fuß stand, nein, die eigentliche machtentfaltung der SED lag darin begründet, daß sie auf viele strukturen innerhalb der gesellschaft bauen konnte, die systemkonform funktionierten. d.h. wir können, wie seinerzeit bzgl. aufarbeitung der nazi-vergangenheit, den vorgang erleben, daß die frage der "schuld" entpersonalisiert wird, in dem sinne, daß heute nicht mehr der einzelne, sondern nur noch Hitler und eine kleine führungsclique an allem schuld war, bzgl. DDR sind wir in der aufarbeitung ähnlich weit, einzelne institutionen verantwortlich zu machen (SED und Stasi), irgendwann wird man wieder nur von einer führungsclique reden, die ein ganzes volk unterdrückt hatte... und leider trommeln die medien das gleiche falsche lied bis alle glauben (gemacht worden sind), das sei das wahre, echte, richtige lied.
von daher sind auch diese ganzen "Stasi-debatten" völliger murx, denn die Stasi war gar nichts ohne die aktive mithilfe nicht nur der IMs und sonstigen mitarbeiter, sondern auch all jener, die im sinne des systems funktioniert haben. und, ein anderer teil der aufarbeitung müßte eigentlich darin bestehen, herauszufinden, wie aus mitläufern einer diktatur in doch sehr kurzer zeit plötzlich freiheitsliebende demokraten werden konnten. ich vermute einmal, sie laufen noch immer mit, und niemand weiß heute zu sagen, was sich daraus historisch entwickeln wird. aber, damit es nicht vergessen wird, im westen gab und gibt es diese masse an mitläufern auch, da sollte man sich keinen illusionen hingeben. und wenn man mal in die bloglandschaft/veröffentlichte meinung sieht und sich anschaut, was da alles so an "meinung" zu lesen ist, könnte einem immer wieder angst und bange um die demokratische kultur dieses landes werden...
Gesendet von 1704 am 17.01.2010 14:33 #
@Aussteiger
" Total falscher Denkansatz. "
Sie verwechseln hier wohl die Theorie mit der Praxis
Gesendet von Rauchzart am 17.01.2010 19:30 #
@ Rauchzart,
das glaube ich nicht. Glücklicher Weise ist das bei der Mehrheit der deutschen Bevölkerung immer noch Realität und das ist auch gut so.
Gesendet von Aussteiger am 18.01.2010 06:52 #
wo büffel recht hat, hat er recht, es gibt keinen staat der keine leichen im keller hat, und wenn man sich das heute so ansieht, na ja ich komme nicht drumrum, aber herrn schäubles vorratsdatenspeicherung ist doch auch ein untergestellter generalverdacht jetzt werden viele wieder sagen: ja aber wer nix zu verbergen hat, braucht keine angst zu haben: stimmt, aber das galt auch für die ddr !! es kommt nur darauf an, was vor dem gesetz als unverfänglich gilt und was nicht, und da sich gesetze jederzeit ändern können, können sich auch die verfänglichkeiten ändern: also augen auf, das wir uns nicht das einhandeln, was wir froh sind loszuhaben................
Gesendet von ÖHA am 19.01.2010 18:01 #
@ÖHA
Wer unseren Rechtsstaat mit dem Stasi-System gleichsetzt, der tut mir echt leid.
Überleg doch einfach mal, wofür man dort verhaftet, bestraft, vernichtet wurde!
Gesendet von Hernando am 19.01.2010 19:04 #
@hernando
ich habe nirgends etwas von gleichsetzen geschrieben, sondern darüber vor welchen entwicklungen wir aufpassen müssen, damit sich die geschichte nicht wiederholt - und von verhaltensweisen die dazu führen können !! das ist ein meilenweiter unterschied........
Gesendet von ÖHA am 19.01.2010 19:21 #